Der Systemticker: Hat der Kapitalismus fertig?

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Die Aktienhändler an der Frankfurter Börse sind Überraschungen ja eigentlich gewöhnt. Trotzdem staunten sie am Montag sehr, als eine Gruppe Demonstranten auftauchte. Die Attac-Aktivisten verdeckten mit ihren Transparenten die Anzeigetafel. Auf ihnen stand: "Finanzmärkte entwaffnen! Mensch und Umwelt vor Shareholder Value!". Die Aktion dauerte nur einige Minuten, dann wurden die Protestierer vom Sicherheitsdienst „zur Tür begleitet.“

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Illustration: Julia Schubert

Seit Monaten dauert die Finanzkrise nun schon an. Und es ist kein Ende in Sicht. Es scheint, als werde alles nur noch verrückter: Gestern zum Beispiel stieg der DAX um fast acht Prozent. Das lag aber nur an einer einzigen Aktie: Die Papiere von Volkswagen sind in den letzten Tagen von 150 Euro auf über 1000 Euro gestiegen. Wäre das nicht passiert, hätte der DAX – so wie in den letzten Tagen – wieder tief im Minus geschlossen. Kapitalismuskritik hat zur Zeit Hochkonjunktur. Untergangspropheten, Vulgärmarxisten und alternativlose Systemkritiker lächeln sich insgeheim ins Fäustchen, beweist die Krise doch, dass sie schon immer Recht hatten. Das Blöde nur: Recht gehabt zu haben, hilft jetzt auch nicht weiter. Trotzdem ewiger Querulanten: Etwas scheint mit diesem System nicht in Ordnung zu sein. Sind es die Provisionen der Aktienhändler, die diese zu immer riskanteren Aktionen trieben? Sind die Managergehälter einfach zu hoch? Muss der Handel mit Derivaten besser kontrolliert werden? Oder muss ganz grundsätzlich umgedacht werden? Wie hat die Finanzkrise deine Einstellung zum Kapitalismus verändert? Was muss deiner Meinung nach jetzt getan werden?

Text: philipp-mattheis - Foto: dpa

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