Egal, was auf dem Zeugnis steht?

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Ich habe mir aus meinem Studium ein paar Dinge gemerkt und ein paar mehr Dinge wieder vergessen. Zu den Dingen, die ich wieder vergessen habe, gehört auch: meine Abschlussnote. Ich weiß nicht mehr, was auf meinem Zeugnis stand. Eine Eins war vor dem Komma, da bin ich mir noch ziemlich sicher, aber was danach kam? Keine Ahnung.  

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Illustration: Julia Schubert

Irgendwann ist man raus aus der Uni. Aber wie wichtig ist es eigentlich, mit welcher Note?

Meine Vergesslichkeit in diesem Bereich hat seinen Grund. Es hat mich nach Ende meines Studiums niemand mehr nach meiner Abschlussnote gefragt. Okay, meine Eltern, vielleicht auch noch meine Tanten und Onkels. Aber kein Mensch, der in meinem Arbeitsleben mit mir zu tun hatte, wollte jemals wissen, ob ich ein Musterstudent war oder nur so irgendwie durchgerutscht bin.
  
In einem Interview mit der New York Times sagt Laszlo Bock, der Personal-Chef von Google, dass für einem Job in seinem Unternehmen die Noten so gut wie unerheblich seien. Man frage nicht mal danach. Nicht etwa, weil man zu faul ist oder generell etwas gegen Noten hat. Aber bei internen Untersuchungen hat seine Abteilung festgestellt, dass es zwischen der Abschlussnote und der Leistung, die ein Mitarbeiter in seinem Job erbringt, absolut keinen Zusammenhang gibt. Ob jemand einen guten Abschluss hat, sagt nach Bocks Erkenntnissen überhaupt nichts darüber aus, ob jemand ein guter Mitarbeiter ist.  

Vielleicht hat der Google-Personaler Recht. Vielleicht sagt es wirklich nichts über die Qualität eines Bewerbers, ob er die Uni mit einer 1 verlassen hat oder nicht. Und vielleicht teilen diese Ansicht immer mehr Menschen, die Jobs vergeben.  

Wie siehst du diese Noten-Job-Frage? Versuchst du, die bestmögliche Note in deinem Studium zu erreichen? Oder rotzt du die Bachelorarbeit einfach irgendwie hin, weil du glaubst, dass nach der Note eh keiner mehr fragen wird? Oder falls du schon fertig studiert hast: Wie wichtig war deine Abschlussnote, für dich selbst und für die Menschen in den Personalabteilungen?

Text: christian-helten - Foto: view7 / photocase.com

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