Eigentor: Facebook-Party vom CDU-Kreisverband musste abgesagt werden

Ausgerechnet das Sommerfest eines CDU-Kreisverbands in Niedersachsen musste abgeblasen werden - wegen zu vielen Party-Gästen. Peinlich, oder nicht?
uli-schuster
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Illustration: Julia Schubert



Man möchte meinen, der CDU-Kreisverband in Hasloh, Kreis Pinneberg in Niedersachen, macht einen schlechten Scherz: Ortsvorsitzende Dagmar Steiner hatte die Einladung zum Sommerfest bei Facebook online gestellt und vergessen auf „private Veranstaltung“ zu klicken. Für eine Kleinstadt kann dies im WWW schwerwiegende Folgen haben. Zum Sommerfest des CDU-Kreisverbandes der Gemeinde Hasloh meldeten sich via Facebook doppelt so viele Party-Gäste an, wie das Örtchen Einwohner zählt. Über 3000 Event-Zusagen bescherte dem Verband ein Faupax beim Anlegen der Facebook-Veranstaltung. 

Erst am Dienstagnachmittag reagierte die CDU auf die ungewollte Popularität. Das Sommerfest wurde kurzerhand abgesagt. "Das hat sich gestern Abend so rasant entwickelt, dass wir keine andere Möglichkeit gesehen haben", sagt Sprecher Michael Witt der taz. Ironischerweise sprach sich Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) vor ein paar Tagen für ein Verbot von Facebook-Parties aus. Laut taz forderte er, bei Facebook-Partys "konsequent durchzugreifen".  

Kann man CDU-Kreisverbänden mehr Medienkompetenz zutrauen als Teenagern? Befördert dieses Missgeschick die CDU ins Social-Media-Aus? Passen CDU und Facebook überhaupt zusammen? Würdest du dich für ein Sommerfest einer Partei anmelden?

Text: uli-schuster - Foto: dpa

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