Einfach mal innehalten?

Manchmal muss man sich selbst ein Stoppschild vor die Nase halten. Ruhe geben, nachdenken, durchatmen, neue Kraft schöpfen, sich sammeln. Oder ist das alles Firlefanz? Glaubst du an die Macht der schöpferischen Pause?
eric-mauerle
Default Bild

Illustration: Julia Schubert



Der Air&Style ist einer der wichtigsten und rennomiertesten Snowboard-Contests weltweit. Dieses Jahr fand er zum zwanzigsten Mal statt, er hat der Sportart in seiner Geschichte große Momente beschert, war wegweisend für viele Entwicklungen. Und jetzt, kurz vor den ersten richtigen Schneefällen und der großen Wintervorfreude, platzt eine Nachricht in die alpenländische Snowboardszene: Der Air&Style 2014 ist abgesagt. Veranstalter Andrew Hourmont kündigte diese Woche an, er wolle eine Nachdenkpause einlegen. Mal innehalten. Alles auf neue Beine stellen. Eine Art schöpferische Pause also.  

Ordentliche Ansage. Ein Event, das eigentlich nicht schlecht läuft, einfach mal abzusagen, weil man es noch besser machen will und das Gefühl hat, nicht besser werden zu können, wenn man auch noch den laufenden Betrieb aufrecht erhalten muss. Kennt man ja, dieses Gefühl. Den Wunsch, mal stillzuhalten, mal alles runterzufahren, um ganz in Ruhe nachdenken zu können, Ideen reifen zu lassen und sich klar zu werden, was man eigentlich machen will oder sollte. Manchmal muss man das vielleicht. Weil es sonst immer weitergeht, so halb gut, im Is-schon-okay-so-Modus, und man dann irgendwann vielleicht voller Reue zurückblicken und sich ärgern muss, dass man nicht mal kurz dass Stoppschild hochgehalten hat. Dass man die anderen nicht einfach mal alleine ihr hektisches Rennen hat laufen lassen.  

Hattest du auch schon mal das Gefühl, dringend mal innehalten zu müssen? Hast es getan? Und hat es was gebracht? Oder ist das für dich eher Quatsch und du bist der Meinung, zu viel Grübelei führt auch zu nichts? Glaubst du an die Macht der schöpferischen Pause?


Text: eric-mauerle - Foto: Pazzzaa / photocase.com

  • teilen
  • schließen