Einmal Hirnentleerung, bitte!

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Die Bild-Zeitung wird 60. So richtig viel zu feiern gibt es nicht, nicht nur, weil die Redaktion erst vor ein paar Tagen eine quicklebendige junge Frau für tot erklärt hat. In den vergangenen Jahren ist die Auflage der Boulevardzeitung auch von mehr als fünf auf unter drei Millionen gesunken. Dennoch: Das sind immer noch eine ganze Menge Bild-Leser. Ich selbst scanne berufsbedingt oft pflichtbewusst die Überschriften, dann reicht's mir aber wirklich, mehr Hetzerei gegen "Pleitegriechen", mehr "Schwarz-Rot-Geil" und mehr Neuigkeiten aus dem Leben von Gina-Lisa Lohfink ertrage ich nicht. Wenn man nicht gerade beim Bildblog arbeitet, fallen mir daher persönlich nur wenig nachvollziehbare Gründe ein, warum man das Blatt liest. Außer, man holt sich über die Lektüre die notwendige Ration Bullshit, um das Hirn zu entspannen und niedere Instinkte zu befriedigen.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



Ich brauche auch regelmäßig meine Dosis. Aber neben der Bild gibt es ja noch so viele andere nette Möglichkeiten, sich diese Ration zuzuführen: Andere Boulevardblätter. Klatschmagazine. Stundenlang einen Dudelfunk-Radiosender samt Moderatoren hören, die ausschließlich über das Wetter plaudern, Kulthits ansagen und mit dem Hörer dem Feierabend entgegenfiebern. Und natürlich Trash-TV: "Bauer sucht Frau" gucken, Topmodel inklusive dem anschließenden Promimagazin gucken - oder auch die RTL-II-Nachrichten.  

Wo stillst du deinen Bullshit-Bedarf? Wie oft brauchst du Nachschub? Oder konsumierst du nur so topseriöse Seiten wie jetzt.de und andere Qualitätsmedien? Reagierst du empfindlich auf eine Überdosis Bullshit?




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