Einparken, ausparken, auspacken

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Mein Lieblingsnachbar zum Beispiel. Der hat kürzlich sein Auto sehr markant geparkt: Rückwärts mit Schmackes in eine dieser trapezförmigen Mini-Grünflächen, die in Haidhausen alle paar Meter an die Einfahrten anschließen. Einen von den ja schon massiven Holzbollern, die das Beet eingrenzen, hat er dabei ein bisschen schief gestellt. Und das gab freilich auch eine recht ansehnliche Beule in der lackierten Stoßstange. Wohl, weil’s dann eh schon egal war, hat er’s auch gleich so stehen lassen und auf meine SMS-Frage, ob er "vorm Einparken gestern feiern" war, antwortete er das einzige, was mit Anfang 50 altersgerecht erscheint: "Hihii. Cool, gell?"  

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Illustration: Julia Schubert

"Dude, Where’s My Car?"

Oder DJ Hell. Der hat neulich mal wieder die Anekdote aus der Zeit erzählt, in der er ziemlich viel Ecstasy genommen hat: Sein Kurzzeitgedächtnis litt darunter offenbar etwas, weshalb er nach einem kurzen Frankfurt-Aufenthalt nicht mehr wusste, wo sein Auto steht. Nach eigenem Bekunden hat er erst ziemlich lang gesucht und dann ziemlich schnell mit den Drogen aufgehört.  

Ich bekomme Ähnliches auch manchmal hin. Auch ganz ohne Drogen und nur noch ganz selten mit. Vor allem mit meinem Fahrrad: Zweimal habe ich’s nach langer Suche vor meiner Stammkneipe gefunden. Und einmal – und da habe ich schon fast ein bisschen geweint gehabt, weil ich gedacht habe, dass sie’s mir tatsächlich einfach aus dem Hof gestohlen haben, die miesen Schweine – stand’s im Keller. Ich hatte es selbst da hingeräumt. Um Platz zu schaffen für den Hofflohmarkt, aber zwischendrin war ich ja auch länger im Urlaub.  

Und du? Immer die volle Kontrolle darüber, wo deine Gefährte sind? Hast du einen Trick, mit dem du dir merkst, wo was steht? Oder auch schon kleinere Aussetzer gehabt? Auto im See? Fahrrad im Schlafzimmer? Skateboard in der Tiefgarage? Los: Erst auspacken dann ausparken!

Text: elias-steffensen - Foto: krockenmitte/photocase.de

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