Floßbauen für das Wir-Gefühl?

Die jetzt.de-Redaktion war gestern auf der Isar Schlauchboot fahren. Nur so aus Spaß. Viele Arbeitgeber schicken ihre Mitarbeiter allerdings auf ähnliche Touren zwecks Gruppengeist-Optimierung. Wie sind deine Erfahrungen mit solchen Teambildungsmaßnahmen?
paulina-hoffmann

Am Donnerstag war die Redaktion auf einer betriebsaufsflugsbedingten Schlauchboottour. Das Ganze war einfach als netter Bier- und Badeausflug gedacht. Wenn man allerdings den Werbetexten diverser Outdoorveranstalter glaubt, steckt hinter dem harmlosen Paddel-Spaß eine pädagogisch wertvolle Teambildungsmaßnahme. Bei dem "Sturz in die Fluten" werden nämlich "Teamgeist sowie die Motivation unter den Kollegen durch das gemeinsame Verfolgen eines Ziels“ gestärkt.  So eine Tour kitzelt zudem "den Ehrgeiz der gesamten Gruppe heraus" und  "schweißt die Kollegen zusammen."

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Illustration: Julia Schubert

Hochseilgartentour als Teamgeist-Optimierung? Was hälst du von solchen Aktionen?

Inwieweit sich unser gemeinsamer Sturz in die Fluten auf den Redaktionsalltag auswirken wird, lässt sich noch nicht so genau sagen. Fest steht aber, dass der Optimierungswahn unserer Gesellschaft längst auch den Betriebsausflug erreicht hat. Eine normale Wanderung mit anschließendem Biergartenbesuch reicht vielen Arbeitgebern nicht mehr aus. Stattdessen müssen sich Bankangestellte durch Hochseilgärten hangeln, gegenseitig durch Netze aus Wollschnüren hieven oder aus Brettern und Tonnen ein Floß basteln.

Ich glaube gern, dass die kostspieligen Aktionen durchaus gut für das Gemeinschaftsgefühl sind. Trotzdem erinnern sie mich an die peinlichen Gruppenspiele aus Jugendfreizeiten. Aber um festzustellen, dass die faden Kollegen aus dem Nachbarbüro in Wirklichkeit ziemlich witzig sind, muss man doch nicht unbedingt mit ihnen gemeinsam durch einen schlammigen Parkour robben, oder? Reichen nicht schon ein paar Bier, um das Wir-Gefühl zu stärken. 

Was hältst du von solchen Teambildungsmaßnahmen? Hast du schon mal bei so was mitgemacht? Findest du sie hilfreich, peinlich oder vielleicht sogar beides?

Text: paulina-hoffmann - Foto: dpa

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