Freiwillige vor!

Am 1. Juli startet der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD). Wir fragen: Ist dieser Dienst überhaupt sinnvoll?
pierre-jarawan

Die Wehrpflicht ist abgeschafft und damit fällt auch der Zivildienst weg. Rund 90.000 Zivildienststellen werden somit frei und sollen durch Freiwillige aufgefüllt werden. Dass das ein ziemlich ehrgeiziges Vorhaben ist, wissen auch die Verantwortlichen, rund um Familienministerin Schröder (CDU), die mit etwa 35.000 Bewerbern rechnet. Das bedeutet, dass nur rund ein Drittel an Stellen besetzt werden.  

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Illustration: Julia Schubert



Auf der Website des BFD sind Stellenangebote aufgelistet. Der Freiwilligendienst soll durchschnittlich ein Jahr dauern, wobei eine längere Verweildauer von bis zu zwei Jahren möglich ist. Wer die Schule beendet hat, kann sich bewerben, eine Altersobergrenze gibt es nicht. Das ist auch der Hauptunterschied zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), das man nur bis zum 27. Lebensjahr absolvieren kann. Die BFD-Teilnehmer sollen mit einem „Taschengeld“ von höchstens 330 € im Monat entlohnt werden (zum Vergleich: Beim FSJ gibt es, je nach Einrichtung, etwa 250 €), die Sozialversicherung wird vom Arbeitgeber übernommen. Zum ersten Mal gibt es also auf Bundesebene ein Angebot für Menschen jeden Alters, die sich engagieren wollen. Offen ist allerdings noch, ob der Freiwilligendienst auf die Zeit des Wartesemesters angerechnet werden kann.  

Aber für wen ist dieser Dienst noch interessant? Wer sich nach dem Abi Zeit zur Orientierung lassen will, kann doch genauso gut ein FSJ machen? Besteht jetzt nicht die Gefahr, dass unter den Einrichtungen ein Konkurrenzkampf um die Bewerber losgeht? Entsteht für die vielen Hilfsbedürftigen, vor allem ältere Menschen, nicht ein großer Nachteil, da ihnen nicht mehr der gleiche Umfang an Pflege angeboten werden kann, wie bisher? Was sind Deiner Meinung nach die Vorteile des BFD? Wo siehst du Nachteile? Kommt der Freiwilligendienst für Dich in Betracht?

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