Geschenke fürs spätere Leben

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Früher war eine Aussteuer, oder Mitgift, Pflicht für heiratsfähige Mädchen, eine Grundausstattung an Dingen, die man in einem neu gegründeten Haushalt braucht. Die Braut brachte Geschirr, Handtücher und dergleichen mit in die Ehe.

Auch ich habe solche Dinge, die darauf warten, in meinen zukünftigen Haushalt einzuziehen: Pünktlich zu meinem 18. Geburtstag ging mein Großvater mit mir zum nächsten Haushaltswarengeschäft. Ich durfte mir ein schönes WMF-Besteck mit schicker Blumengravur aussuchen, das seitdem schön eingepackt in meinem Schrank verstaut liegt. Ebenso befindet sich auf einem separaten Konto ein bestimmter Geldbetrag von einer Großtante, der dazu bestimmt ist, mir für meinen späteren Haushalt ein edleres Geschirr zu besorgen als das, was sich zur Zeit in den Schränken meiner Studentenwohnung findet.

Die Aussteuer ist wohl auch heute noch eher so eine Mädchensache und sicherlich auch schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Manche in meinem Alter wissen wahrscheinlich nicht einmal mehr, was es damit auf sich hat. Trotzdem ist es für mich ein schönes Gefühl zu wissen, wenn ich irgendwann mein eigenes Heim habe, dann habe ich ein paar schöne Sachen im Schrank, neu und nur dafür bestimmt, mein Zuhause zu verschönern, auch wenn ich noch ein gutes Stück von Ehe und Familienhaus entfernt bin. Deshalb habe ich auch gar nicht das Bedürfnis, das Päckchen hervor zu kramen und vorzeitig auszupacken – das gehört zu einem anderen Abschnitt, der erst noch kommt und dann soll es ja schön neu sein.

Jungs, wie ist das, bekommt ihr auch eine Art Aussteuer? Wenn ja, was habt ihr gut verpackt in eurem Schrank verstaut? Mädels, was ist euer liebstes Aussteuer-Stück oder gibt es wirklich so gut wie niemanden mehr, der so etwas tatsächlich besitzt? Findet ihr, das ist ein schöner Brauch, den man beibehalten sollte? 

Text: verena-kuhlmann - Foto: SZ

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