Wie billig kann man ein Smartphone anbieten? Für 25 Dollar, sagt Mozilla. Die Stiftung, die sich der Wahrung von Freiheit und Innovation im Internet verschrieben hat, hat beim Mobile World Congress in Barcelona erklärt, das Modell T unter den Smartphones noch in diesem Jahr auf den Weg zu bringen. Damit würde sie das Internet wohl für etwa eine Milliarde weitere Menschen zugängig machen.  

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In den Entwicklungsländern haben sich Smartphones in den vergangenen Jahren bereits stark verbreitet. Zwischen 2011 und 2013 verdoppelte sich laut ITU, der UN-Behörde für Telekommunikation, die Anzahl der Personen mit mobilem Internetzugang auf 20 Prozent. Ein derart bezahlbares Smartphone würde diese Entwicklung mit Sicherheit stark beschleunigen. Der Fokus von Mozilla liegt dabei vor allem auf Schwellenländern wie Venezuela oder Kolumbien.  

Insbesondere bei den Revolutionen des Arabischen Frühlings wurde die Rolle der sozialen Medien, Facebook und Twitter, groß thematisiert. Diese galten als Werkzeuge und Plattformen des Demokratisierungsprozesses. Noch 2011 hatten in der Region allerdings weniger als 30 Prozent der Haushalte Zugang zum Internet und weniger als 20 Prozent der Menschen besaßen ein Smartphone. Demnach war die große Mehrheit der Bevölkerung davon von vorne herein ausgeschlossen.  

Aber auch in Deutschland findet die politische Meinungsmache zum großen Teil im Internet statt. „Wahlomat“ war im Jahr 2013 deutschlandweit der am meisten gesuchte Begriff bei Google. Wer also mehr über seine politischen Optionen erfahren möchte, als Wahlplakate und Infostände auf dem Supermarktparkplatz hergeben, geht dafür ins Internet. Estland garantiert schon heute per Gesetz jedem den kostenlosen Internetzugang. Müssen andere Staaten nachziehen?  

Sind die Informationen und Kommunikationswege im Internet so lebenswichtig, dass man sie mit Wohnen und Essen gleichsetzen kann? Oder ist das Internet immer noch ein Luxusgut, das man sich leisten kann oder nicht? Hat jeder Mensch ein Grundrecht auf Internetzugang über ein Smartphone?

Text: piet-vanriesenbeck - Foto: bloomberg