Guitar Hero und die Zukunft der Musik

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Heidi Klum kann nicht Guitar Hero spielen. Das wäre nicht weiter schlimm, doch die Supermodel-Sucherin soll das in den kommenden Tagen erscheinende Guitar Hero World Tour bewerben. Was macht sie also? Sie lässt sich filmen, wie sie im kurzen weiße Bademantel durch ein Wohnzimmer springt. Dabei imitiert sie Rockstar-Posen, reißt den Mantel auf und zeigt ihren Bikini. Das sorgt so sehr für Aufmerksamkeit, dass zahlreiche Portale den gerade veröffentlichten Werbespot einfach im redaktionellen Bereich verlinken und abspielen. Dass Klum den gitarrenförmigen Controller des Computerspiels vor dem Bauch trägt wie ein Drittklässler den Brustbeutel beim Schulausflug, fällt dabei niemandem auf. Es geht einzig um den Bademantel und den Bikini. Dass so niemand auf der Welt Guitar Hero spielt - egal. Klum jedenfalls sorgt mit dem Spot für Aufmerksamkeit für ein Spiel, das eigentlich keine Aufmerksamkeit mehr braucht. Musikspiele wie Guitar Hero oder Singstar verkaufen sich bestens und bescheren der Spieleindustrie grandiose Einnahmen. Aber nicht nur die Programmierer freuen sich. In einem lesenswerten Interview des Spielemagazins GEE erzählt der Musikmanager Tim Renner: "Wir haben mit keinem Track mehr Geld verdient als mit "Jungen Mädchen" von der Band Hund am Strand. Das ist nämlich auf einer Version von Singstar drauf. Und dafür kriegt man schon sehr substanzielle Einnahmen." Sieht so die Zukunft der Musik aus: Amateure, die auf Plastikgitarren rumkloppen und in billige Mikros brüllen? Sind Guitar Hero, Rock Band oder Singstar (in all seinen Varianten) der Untergang der Musik-Kultur oder entstehen dadurch neue Formen des musikalischen Ausdrucks? Bühne frei für alle elektronischen Amateur-Musiker im Guitar-Star-Band-Ticker

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