Gut durchdenken oder einfach mal machen?

Eine Studie belegt: Paare, die große Entscheidungen in Ruhe durchsprechen, bleiben länger zusammen. Bist du eher der Durchdiskutierer oder eher der "Es kommt wie es kommt"-Typ?
nadja-schlueter

Es gibt diese Paare, bei denen denkt man erst: „Huch, schon zusammengezogen?“ Und dann, nach vier Jahren, dem ersten Kind und unzähligen Erzählungen über Streitereien: „Hab’ irgendwie das Gefühl, dass die nur zusammengeblieben sind, weil es sich so ergeben hat.“ Es gibt aber eben auch die Paare, die in ihr Paarsein hineingestolpert sind und dann für immer glücklich wurden, weil das Herzklopfen in ihrem Fall doch das richtige Zeichen war.  

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Illustration: Julia Schubert

Viele Wege führen zur Entscheidung - sie sind halt unterschiedlich lang.

In der online-Ausgabe des „Atlantic“ ist jetzt ein Text erschienen, der sich mit der Frage beschäftigt, welche Paare glücklicher sind: Die, die alle großen Entscheidungen wie Zusammenziehen, Heiraten, Kinderkriegen durchsprechen oder die, die einfach mal machen. Im Originaltext gibt es für diesen Gegensatz ein besonders schönes englisches Wortpaar: decide or slide.  

Natürlich ist der Atlantic-Text auch mit einer Studie unterfüttert, die belegt: Paare, die ihre Entscheidungen langsam angehen, also die „Decider“, bleiben im Schnitt länger zusammen beziehungsweise führen bessere und harmonischere Beziehungen als die „Slider“. Und unter den „Slidern“ gibt es überdurchschnittlich viele, die gar nicht mehr so gut miteinander auskommen, aber trotzdem zusammenbleiben, weil sie ja jetzt schon die gemeinsame Couch und das gemeinsame Kind haben. 

Es geht in dem Text aber auch darum, dass es ja ein Phänomen unserer Zeit ist, dass wir überhaupt zwischen diesen beiden Varianten entscheiden können – früher waren die großen Stationen einer Beziehung und ihre Reihenfolge ja traditionell vorgeschrieben, da musste man sich nicht so viele Gedanken machen. Heute kann man sich zum Beispiel auch entscheiden, nicht zu heiraten und trotzdem Kinder zu kriegen oder andersrum. Eigentlich bleibt also mehr Platz für Romantik, für Dinge-passieren-lassen, Spontan-sein und Auf-den-Bauch-hören. Andererseits birgt das eben auch die Gefahr, etwas zu überstürzen oder sich später zu ärgern, damals die falsche Entscheidung getroffen zu haben.  

Wie ist das bei dir? Bist du eher „Decider“ oder eher „Slider“, wenn es um die großen Fragen und Entscheidungen des Lebens und vor allem des Liebeslebens geht? Stürzt du dich gerne kopfüber ins Zusammenwohnen, Kinderkriegen, überhaupt in eine Beziehung und lässt deine Gefühle machen, was sie machen wollen? Oder willst und musst du immer ganz viel Kommuniziere, alles Durchsprechen und planen? Und egal, was auf dich selbst zutrifft: Was hältst du für den besseren Weg: „deciding“ oder „sliding“?

Text: nadja-schlueter - Illustration: Sandra Langecker

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