Hänger und Anti-Hänger

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Es gibt Menschen, die können gar nicht ruhig sein. Ein Freund von mir zum Beispiel hat einen ziemlich anstrengenden Job, wegen dem er sehr viel unterwegs ist. In die wenige Freizeit, die ihm bleibt, stopft er dann so viele Aktivitäten wie nur irgendwie möglich. Manchmal sieht das dann so aus, dass er um 8 Uhr früh von einem Chinaflug zurückkommt, kurz duscht, in die Arbeit geht und dort bis 21 Ihr ackert, um sich schließlich mit mir zu treffen und bis zwei Uhr in einer Bar Bier zu trinken. Am nächsten Morgen steht er wieder um sieben Uhr, trinkt einen Kaffee, raucht eine Zigarette und geht in die Arbeit. Ich habe das Gefühl, dass er diesen Stress braucht. Er sagt selbst von sich: „Wenn ich an zwei Abenden hintereinander nur auf der Couch sitze und fernsehe, flippe ich aus.“ Bücher oder Zeitungen liest er nur im Flugzeug.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Als Person mit einem niedrigeren Aktivitätslevel kann einem das manchmal ganz schön unheimlich werden. Auf der einen Seite konfrontieren einen solche Menschen ja mit dem eigenem Phlegma und man denkt sich: Ein bisschen mehr könnte ich auch aus meinem Leben machen, anstatt manchmal einfach nur zwei Stunden sinnlos auf dem Bett zu liegen und auf blöde Websites zu surfen. Auf der anderen Seite sind die entspannten Menschen doch auch die sympathischeren, oder? Und gesund kann so ein Hyperaktivismus doch auch nicht sein… Wie ist das bei dir? Kennst du solche Ständig-unter-Strom-Männchen? Bist du selbst einer? Wie viel Faulheit ist gesund?

Text: jetzt-redaktion - Foto: dpa

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