Hast du dich im Rausch zu etwas verpflichten lassen?

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Den Umschlag mit der Urkunde habe er jedenfalls am nächsten Tag in seiner Jackentasche gefunden, so Roewer, dessen Aussagen zur Verteidigung seiner Behörde seit gestern für Spaß in den Medien sorgen. 

Eine solche Übergabe stellt man sich ja eigentlich ein klein wenig staatstragender vor und das Amt des Verfassungsschutzpräsidenten als würdevollen Beruf im Dienste des Volkes. Aber den Aussagen von Roewer und seinen Kollegen nach zu urteilen liegt der staatsgläubige Bürger auch hier falsch, sie sprechen von chaotischen Zuständen inklusiver unfähiger Mitarbeiter, die keine Ausbildung genossen haben und betrunken Dienstwägen zu Schrott fahren. Hinzu kamen Käse und Weingelage, die von der Arbeit ablenkten und leichte Frauen, die geheime Gespräche belauschten.  

War der gute Roewer nach der betrunkenen Übergabe also nicht einfach überfordert? Hatte er vielleicht einfach in biergeschwängerter Naivität zugesagt, ohne die Konsequenzen zu bedenken? Hatte er sich den Beruf ganz anders vorgestellt? Und muss es nicht belastend sein immer blöd angeschaut zu werden, wenn man im Sommer barfuß unterwegs ist oder auch mal mit dem Fahrrad durch die Gänge düst? 

Und außerdem, hat sich nicht jeder von uns mal betrunken für irgendetwas verpflichten lassen, was ihm im Nachhinein so gar nicht liegt? Meine persönliche Liste reicht hier immerhin von einer Spontanmitgliedschaft in einem Karateverein, Umzugshilfe bei einer mir fremden Person bis hin zu dem Versprechen einer mindestens halbstündigen Rede auf ein Brautpaar.

Also, anstatt euch über den Thüringer Verfassungsschutz aufzuregen, fasst euch lieber an die eigene Nase und erzählt uns zu was ihr euch nach ein paar Bier oder Wein bereits verpflichten lassen habt!

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