Iss, was klar ist!

Obacht, Analogkäse & Formfleisch! Seit heute gibt es staatlich geförderte Aufklärung über unser Essen im Netz. Aber interessiert dich das oder bist du längst selbst ein Experte für Inhaltsstoffe?
fabian-fuchs
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Illustration: Julia Schubert



Der Bedarf ist offenbar groß. Als gestern jedenfalls die Seite lebensmittelklarheit.de ans Netz ging, war sie gleich wieder draußen. Zu viele Aufrufe, zu viele Besucher wollten sehen, wie die Verbraucherzentralen mit Unterstützung des Bundes Klarheit in unser Essen bringen möchten. Wenn sie wieder funktioniert, soll die Plattform Auskunft über die wahren Inhaltsstoffe der Produkte geben, die wir täglich so im Supermarkt vorfinden. Vor allem Konsumenten-Täuschungen, erzeugt durch irreführende Namensschwurbel auf der Verpackung, soll entgegen gewirkt werden und die Kunden können auf der Seite auch selbst berichten, durch welche Produkte sie sich getäuscht fühlen.

Es geht also um falschen Käse und Sahneeis, das gar keines ist, um Schinken-Derivate und Fake-Butter, die in Wirklichkeit nur aus ranzigen Pflanzenölen gepanscht wurde. Sie alle sollen hier entlarvt werden.  FDP und Lebensmittelindustrie beurteilen diesen digitalen Pranger kritisch: Wer sich als Erzeuger ans Lebensmittelgesetz halte, sollte nicht so einfach durch subjektive Eindrücke in Verruf gebracht werden können, so ungefähr lautet ihr Argument gegen das Projekt. 

Wie siehst du diesen Vorstoß in Sachen Lebensmittelaufklärung? Wirklich notwendig oder weißt du eigentlich über die Untiefen und Tricks der Lebensmittelkonzerne längst ganz gut Bescheid? Oder ist dir das Theater um authentische Produkte eigentlich egal, Hauptsache das Zeug ist nicht giftig? Wonach schaust du als Erstes, wenn du Käse oder Wurst einkaufst? Auf Geschmacksverstärker, Bio-Siegel, Kalorien-Tabelle? Gehst du noch in den Supermarkt oder hast du sympathischere Lieferanten? Und was glaubst du: Weiß der Durchschnittsdeutsche eigentlich, was er isst?

Text: fabian-fuchs - Foto:ddp

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