Ist Apple böse?

iPhone und iPad spionieren Daten ihrer Nutzer aus. Ist das der endgültige Beweis, das Apple seinen Kunden nichts Gutes will?
jetzt-redaktion

Vor 10 Jahren galt Microsoft als der Inbegriff des Bösen. Dann kam Google, und schrieb sich seinen Slogan „Don’t be evil“ auf die Fahnen. Den glauben mittlerweile viele nicht mehr, vor allem in Deutschland gab es großen Widerstand gegen Street View und das Auto, das in die Vorgärten der Menschen hinein fotografierte.

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Illustration: Julia Schubert


Dein Telefon weiß, wo du gewesen bist

Jetzt haben die zwei Programmierer Alasdair Allan und Pete Warden publik gemacht, dass Apple in iPhone und iPad sämtliche aufgezeichneten Ortungsdaten speichert und sie an den Rechner des Nutzers überträgt, sobald der sein Gerät mit dem Rechner synchronisiert. Die Daten sind nicht verschlüsselt, sondern liegen offen auf dem Computer, für jeden einsehbar, der diesen in die Hände bekommt. Dass Apple die Daten abruft, dafür gibt es den beiden Programmierern zufolge keine Beweise. Es ist auch unklar, was genau der Konzern mit der Speicherung überhaupt bezweckt. Aber eines steht fest: Die gespeicherten Daten ähneln denen, die hierzulande im Zusammenhang mit den Gesetzen zur Vorratsdatenspeicherung ziemlich heftig kritisiert wurde. Datenschützer haben von Apple bereits Aufklärung gefordert.

Will Apple seinen Nutzern böses? Es ist ja nicht das erste Mal, dass man an der Gutmütigkeit der Kalifornier zweifeln kann. Das Unternehmen setzt immer wieder Grenzen, Teilen und Herrschen nicht die Philosophie von Steve Jobs. iTunes war schon immer eine geschlossene Welt, auch im App-Store diktiert Apple die Bedingungen recht diktatorisch.

Wie siehst du das? Misstraust du Apple? Müssen iPhone-Besitzer jetzt Angst haben, oder ist das alles halb so wild? War dir der Hype um iPhone und Co immer schon zu blöd, genauso wie die Leute, die ihr neues Apfelprodukt herumtragen, als wären sie balzende Pfaue und das neue Gerät ihr schillerndes Gefieder?   



Text: jetzt-redaktion - Foto: dpa

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