Ist da Flappy Bird drauf?

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Display zerkratzt? Simlock? Alter? Egal. In dieser Woche ist ein anderes Kriterium entscheidend bei iPhone-Verkäufen auf Ebay. Seit der Entwickler Dong Nguyen sein Spiel Flappy Bird am Sonntag aus dem Appstore genommen hat, tauchen auf Ebay immer mehr Angebote auf, bei denen für Handys bis zu 20.000 Euro gefordert werden - nur weil das Spiel darauf installiert ist.  

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Illustration: Julia Schubert



Auch wenn schon einige Flappy Bird-iPhones für vierstellige Beträge verkauft worden sind, sind die Angebote letztendlich eher als Praodie auf den Flappy-Bird-Hype der vergangenen Wochen zu verstehen. Ein Grund für den Rückzug war, wie Nguyen am Mittwoch im Interview mit dem US-Magazin Forbes sagte, der extrem hohe Suchtfaktor seiner Erfindung. Dass tatsächlich derartige Summen für das Spiel gezahlt werden, ist allerdings unwahrscheinlich. Für diejenigen, die von der Sucht betroffen sind, gibt es auch bereits eine große Auswahl an Ersatzdrogen wie "Flappy Fish" oder "Clumsy Bird". Die Kopien unterscheiden sich vom Original teilweise nur durch die Spezies des Protagonisten oder die Farbwahl.  

Dass Menschen bereit sind, für eigentlich Wertloses zu zahlen, sobald es vom Markt oder sonst nicht mehr zu haben ist, ist dagegen nicht so ungewöhnlich. Das erklärt auch, warum im Internet der mieseste Ost-Kaffee als Kultprodukt teuer verkauft werden kann. Vielleicht setzen die Anbieter auch auf Affektkäufe Verzweifelter oder Betrunkener. Die Bereitschaft zu irrationalen Investments steigt ja mit jedem Schritt in die Bar. Da wird einem plötzlich der wahre Wert einer bunten Glühbirne bewusst oder man stürzt sich in die Schulden, um einen Hubschrauberrundflug über die Heimatstadt zu buchen.  

Zu welcher kostspieligen Eskapade hast du dich schon hinreißen lassen? Für was würdest du dein Monatsgehalt oder sogar deine Lebensversicherung hergeben? Den allerersten iPod, den du hattest, acht Prozent vom FC Bayern oder das letzte jetzt-Heft vielleicht? Was gibt’s nicht mehr, obwohl du alles dafür zahlen würdest? Bei welchem Angebot würdest du dich zur Not verschulden?

Text: jetzt-redaktion - Text: Piet van Riesenbeck, Screenshot: Ebay

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