Ist das Porno oder ästhetisch? Der Ticker mit Grenzen

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Die britische Band Klaxons stellt ein Videoclip für ihr Lied Twin Flames online: auf einer leeren Bühne kleidet sich eine Gruppe von jungen Menschen aus, küsst, alle nähern einander an, fangen Softsex-Szenen an, bis alle Körper allmählich ineinander verschmelzen und daraus ungeheure Gestalten entstehen. Leichte Spuren britischen Humors: der Schlagzeugspieler bleibt dabei bei seinem Instrument. Da alle Schamteile der weiblichen und männlichen Körper verpickselt sind, senden Dailymotion sowie Youtube das Clip. Bei Dailymotion gibts aber keinen besonderen Hinweis zum Content, während bei Youtube der User auf eine Vorwarnungsseite kommt, bevor es das Video sehen kann.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



Wie es aber auf einen wirkt, ist unterschiedlich. Manche mögen es als reines pornographisches Content sehen. Für andere mag diese pornographische Dimension durch den entfremdenden Effekt der Körperzusammenschmelzung abgemacht werden. Für Dritte wären diese beiden Dimensionen einen Grund, das Internet für Unter-vierzehnjährige zu verbieten. Dass die beiden Webseiten für das selbe Video unterschiedliche Zensurgrade haben, beweist eines: die Schamgrenze ist objektiv schwer definierbar. Wie sieht es mit deinen Schamgrenzen aus? Glaubst du, dass du prinzipiell mehr verträgst als die Allgemeinheit? Oder bist du in deinem Freundeskreis schon für deine Prüderie bekannt?  

Text: alice-lortholary - Bild: screenshot

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