Ist Frank-Walter Steinmeier nun ein Vorbild?

Und: Was macht ein Vorbild eigentlich aus? Ein Tagesticker über Menschen, die in deinen Augen beispielhaft sind
sophie-mathiesen
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Illustration: Julia Schubert

Ein Vorbild, heißt es, ist jemand, der von anderen als mustergültiges Beispiel angesehen wird. Ein Ideal. Unterschiedliche Altersgruppen haben unterschiedliche Vorbilder, was laut Definition mit dem Wertesystem der jeweiligen Gruppe zu tun hat. Jugendliche zum Beispiel wählen oft Stars aus den Medien als Vorbilder. Leute also, die sie cool finden, während ihre Eltern über jemanden wie Robert Pattinson nur den Kopf schütteln können. Am Ende findet jeder einen anderen Menschen irgendwie toll und nachahmenswert. Oftmals stehen unsere Idole uns überhaupt nicht nahe, manchmal gehören sie aber auch zu unserem unmittelbaren Umfeld. Doch was macht jemanden zum Vorbild für andere? In einer Spiegel-Umfrage wurde diese Woche ermittelt, zu wem die Deutschen in ihrem Land aufblicken, wer ihre Vorbilder sind und an wem es sich ihrer Meinung nach zu orientieren lohnt. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Da erfährt so mancher Fußballer oder Comedian mehr Respekt als der Papst oder die Kanzlerin. Oben auf der Liste stehen Namen wie Mesut Özil, Günther Jauch und Alice Schwarzer. Woran liegt es, dass wir gerade diese Personen als Ideale Deutschlands auserwählen? Wo findest du in Deutschland ein Vorbild? Geht es bei Vorbildern um die moralische Integrität? Moral spielt ja immer eine große Rolle, wenn es darum geht, jemanden für etwas zu bewundern. Ist jemand wie SPD-Fraktionschef Frank-Walter-Steinmeier nun ein großes Vorbild, der eine politische Auszeit nimmt und sich operieren lässt, um seiner kranken Frau eine Niere zu spenden?

Text: sophie-mathiesen - Foto: dpa

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