Klüger lernen – aber wie?

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Nach einer kleinen Regenpause können wir den Juli wieder so genießen, wie es sich gehört: mit typischem Sommerkram eben. Vorausgesetzt natürlich, wir sind keine Studenten. Die meisten von ihnen stecken nämlich mitten in der Prüfungszeit und spüren die schadenfrohe Sonne höchstens durchs Bibliotheksfenster. Über unmöglich zu bewältigenden Bücherbergen liegt in der stickigen Luft dann ein unangenehmer Druck – genau wie die Frage: „Wie sollen wir so viel Stoff in so wenig Gehirnmasse quetschen? Vor allem, wenn wir die Sommer-Prokrastination viel zu spät überwunden haben und die Zeit gegen uns läuft.“  

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

 Wenn der Lernstoff das Gehirn überfordert, sollte man mit Taktik arbeiten.

Die Antwort darauf fällt einem oft erst in der großen Verzweiflungsphase ein: Nur mit schlauen Tricks lässt sich die Herausforderung bewältigen. Man muss den Lernstoff irgendwie komprimieren, kognitionspsychologische Strategien anwenden und Abkürzungen zum Kurzzeitgedächtnis finden. Wie das geht, darüber kursieren verschiedene Theorien.  

Meine Mama hat mir mal geraten, einfach am Tag vor der Klausur alle Mitschriften unters Bett (oder noch besser: Kissen) zu legen. Aus irgendwelchen abergläubischen Gründen, vor allem aber weil Oma das schon so gemacht hat. Ich glaube, mit diesem Trick allein, wäre ich jetzt kein Bachelor-Absolvent, sondern immer noch in der zehnten Klasse.  

Zum Glück gibt es weitaus vielversprechendere Kniffe aus der Lernforschung. Zum Beispiel eine Studie der Princeton Universität über die positive Wirkung des Handschreibens. Sie belegt, dass wir uns Dinge viel besser merken können, wenn wir sie analog aufschreiben, statt in den Laptop zu tippen. Die Kollegin Hollmer weiß das schon seit ihrer Schulzeit und kam mit der Methode erfolgreich durch alle Bio-Klausuren. Mein Redaktions-Nebensitzer Kummert schwört hingegen darauf, den Stoff direkt vor dem Einschlafen durchzulesen. Ich habe mal recherchiert und kann bestätigen, dass der Lernprozess dann im Schlaf weiterläuft: Vom Hippocampus, dem Zwischenspeicher des menschlichen Gehirns, gelangen binomische Formeln, Rousseaus Theorien oder die Französisch-Vokabeln in die Großhirnrinde – wo sie hoffentlich bis zur Prüfung bleiben.  

Jetzt aber her mit deinen Tipps und Tricks! Wie ist das bei dir? Mit welchen Lernstrategien arbeitest du dich durch Bücherberge? Was machst du, wenn die Zeit besonders knapp ist? Und hast du vielleicht einen Tipp, wie man erst gar nicht in diese Verzweiflungsphase kommt?

Text: daniela-gassmann - Foto: photocase.de / ZWEISAM

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