"Kreuzzug gegen Links": Warum kommt die Politik nicht ohne alte Feindbilder aus?

Teile diesen Beitrag mit Anderen:

In Bayern zu leben hat auch etwas lustiges, zumal weil man dadurch die Chance hat, den CSU-Vorstand Erwin Huber beim Wahlkämpfen beobachten zu dürfen. Derselbe scheint in seiner niederbayerischen Heimat arg von Kommunisten geschunden worden zu sein, da er jetzt einen "Kreuzzug gegen die Linke" ankündigt. Schwarzweiß-Malerei ist in der Politik nicht wirklich neu, im Gegenteil, Politiker tragen immer noch die tief ins Hirn gravierte Botschaft mit sich, laut der der Bürger nur Dinge checkt, die höchstens zwei Seiten haben. Was dabei in Vergessenheit gerät: dass sich Feindbilder abnutzen. Wenn CSU-Generalsekretärinnen immer noch stiernackig von der Linken als "SED-Nachfolgepartei" reden, dann mag das zwar technisch irgendwie richtig sein - aber ist es nicht sehr altbacken, in einer Landtagswahl des Jahres 2008 die vermeintliche Angst vor dem Kommunismus zum obersten Thema zu machen?

Default Bild

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Gefahr! Was meinst du: Dreht sich Politik in Deutschland im Kreis, indem immergleiche und eben auch alte Debatten mal um mal aufgewärmt werden? Welche Wahlkampfthemen würdest du dem Herrn Huber vorschlagen, mit welchen Themen würdest du heute einen Wahlkampf bestreiten? Und was glaubst du: Wodurch unterscheiden sich zum Beispiel CDU/CSU und SPD heute noch? Gibt es da noch Unterschiede?

Text: yvonne-gamringer - Foto: ap

  • teilen
  • schließen