Kriegt deine Katze Cappuccino?

Oreo-Cookies und Leberwurst-Brote - schon seltsam, was manche Tiere so zu fressen bekommen. "Aber wenn's ihnen doch so schmeckt?", erwidern die Besitzer. Ein Tiernahrungs-Ticker.
christian-helten

Es gibt Neuigkeiten aus dem Land der seltsamen wissenschaftlichen Studien. Diesmal geht’s um Koks und Kekse. Und Ratten. Ein Neurowissenschaftler und seine Studenten an einer US-Universität haben untersucht, wie letztere auf den Konsum von diesen beiden Genussmitteln reagieren. Die Erkenntnis: Oreo-Cookies (klar, die haben nicht irgendwelche Kekse genommen) machen Ratten genauso süchtig wie Kokain. Und, das sei als Randnotiz erwähnt, die Ratten machen sich wie die meisten Menschen auch zuerst über die weiße Füllung in der Mitte der Kekse her.  

Jetzt kann man über den Wert dieser wissenschaftlichen Erkenntnis streiten. Oder man kann darüber nachdenken, was Tieren eigentlich so alles zu fressen gegeben wird.  

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Illustration: Julia Schubert

In Wien gibt es ein Katzencafé. Echt jetzt.

Im Kühlschrank meiner Eltern zum Beispiel gab es, als der Hund noch lebte, immer ein Stück Leberwurst. Die Leberwurst war die ewige Konstante in diesem Kühlschrank, obwohl keiner von uns ein großer Leberwurst-Fan war. Bis auf den Hund. Aber der war Fan von allem, was irgendwie nach Fleisch roch. Jedenfalls bekam der Hund fast jeden Tag, wenn wir Menschen frühstückten, ein Leberwurstbrot geschmiert.  

Heute denke ich: Totaler Quatsch, das mit der Leberwurst. Und noch größerer Quatsch, sie auf ein Brot zu schmieren. Für einen Hund! Aber Tieren Nahrung zu geben, die eigentlich nicht für Tiere ist, das scheinen viele Menschen zu mögen – auch abseits von Keks-Tierversuche. Man hört Geschichten von Hunden, die Karotten lieben und von Katzen, denen jeden Abend ein Schokobon als Betthupferl dargereicht wird. Kleine Kinder reichen Rehen und Hirschen rohe Spaghetti durch den Zaun. In Wien gibt es ein Katzencafé, in Regensburg eine Hundekuchen-Bäckerei.  

Wahrscheinlich tun Menschen all das, weil diese Handlungen Tiere menschlicher machen. Weil sich der Besitzer so der innigen Beziehung zu seinem Haustier versichern kann: Er kennt es eben so gut, dass er sogar dessen kulinarischen Marotten in- und auswendig kennt.  

Ein paar davon wollen wir heute im Ticker sammeln. Hast oder hattest du ein Haustier mit außergewöhnlichen Essgewohnheiten? Kennst du jemanden, der seinem Haustier Prosecco ins Fressen rührt oder eine Prise von Schubecks Bratkartoffelgewürz? Kriegt deine Katze Kürbissuppe? Oder bist du der Meinung, Hunde sollten eher beim Pansen-Fleischabfall-Allerlei bleiben?

Text: christian-helten - Foto: dpa

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