Mein Haus, mein Auto, mein Museum

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Da denkt man, dass der Selbstdarstellung auch irgendwann mal ein Ende gesetzt sein könnte, wenn erneut ein erfolgreicher Fußballer seiner eigene Unterwäsche-Kollektion vorstellt. Nicht für Cristiano Ronaldo, denn eine Unterhosenserie und das Image eines Fußball-Superstars reichen ihm noch nicht.
 

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Museen berühmter Persönlichkeiten zeigen was sie berühmt gemacht hat, aber wie würde aber dein Museum aussehen?

Das Posieren in Unterwäsche ist ja spätestens seit David Beckham eine beliebte Fußballer-Strategie sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das lässt Ronaldo natürlich nicht unversucht. Aber um das noch zu toppen, bringt er nun sein unglaublich riesig wirkendes Ego mit einem geplanten Museum auf eine neue Ebene. Laut Medienberichten sollen in Zukunft auf 300 Quadratmetern in seiner Heimatstadt Funchal auf der Atlantik-Insel Madeira sämtliche Trophäen, Trikots und selbstverständlich auch Bilder von ihm ausgestellt werden. Ein enger Familienfreund hat in einem Interview mit einer portugiesischen Zeitung beteuert, dass Ronaldo bei der Errichtung nicht in erster Linie an sich denke, sondern es eher als eine neue Touristenattraktion einplane. Trotzdem macht der Plan es einem nicht gerade leichter ihn zu mögen.  

Unabhängig davon, ob sich diese Pläne nun auf die stark ausgeprägte narzisstische Ader Ronaldos zurückführen lassen oder ob er der Insel Madeira damit tatsächlich aus der Wirtschaftskrise helfen möchte, ist die Idee ein eigenes Museum über sich selber zu besitzen doch schon etwas ziemlich abgefahrenes. Was dich in Museen berühmter Menschen erwartet, kannst du dir ja vielleicht noch vorstellen. Was aber, wenn nun ich und nicht jemand weltberühmtes auf die Idee kommen würde, unbedingt ein Museum über mich errichten lassen zu wollen? Weil ich kein Talent nachweisen kann, dass mich in meinem bisherigen Leben immer begleitet hat, würde es wohl eher eine Art Zeitreise durch mein Leben darstellen. Angefangen mit dem ersten Ultraschallbild, dem Lieblings-Teddy ohne den früher gar nichts ging, weiter über meinen ersten Liebesbrief und die Scherben der Vase, die ich nach dem Scheißkerl geworfen habe, bis hin zu einem Schul- oder Hochschulabschluss. Da würde es sich offensichtlich noch lohnen ein bisschen mit dem Museum zu warten.  

Vielleicht hast du dir ja auch schon mal Gedanken darüber gemacht, was in deinem Museum stehen würde. Eine Ausstellung sämtlicher ersten Male, die du bis jetzt erlebt hast? Oder siehst du nur einen leeren Raum und findest Museen eh doof? Würdest du überhaupt ein Museum über dich haben wollen?

Text: jule-lange - Bild: dpa

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