Nicht vom Leben gelernt

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Und es zahlt sich doch aus, Serien anzuschauen: Ein zehnjähriges Mädchen aus Sheboygan im US-Bundesstaat Wisconsin konnte ihrer lungenkranken Mutter, die sie bewusstlos am Boden liegend auffand, das Leben retten, weil sie dank „Grey's Anatomy" die wichtigsten Wiederbelebungstechniken kannte. Das zumindest meldete vergangenes Wochenende „The Telegraph". Gemeinsam mit einer Freundin wandte die Tochter Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzrhythmusmassage an, nachdem sie den Notarzt alarmiert hatte. Von offizieller Seite wurde später bestätigt, dass die beiden Kinder genau das Richtige getan und damit zu einem positiven Ausgang der Sache beigetragen hätten. Angeblich ist das schon das zweite Mal, dass die beliebte Serie indirekt ein Leben gerettet hat: Eine kanadische Krankenschwester wurde durch sie dazu inspiriert, sich als Organspenderin registrieren zu lassen und spendete eine Niere an einen schwer erkrankten Fremden.

Wenn das stimmt, sollte man den Wert der Krankenhausserien also nicht unterschätzen und wenn sie nur etwas zur Sprache bringen, mit dem man sonst keinerlei Berührungspunkte hätte. Der Bekanntheitsgrad der Autoimmunerkrankung „Lupus" beispielsweise ist durch „Dr. House" ganz sicher erheblich gestiegen. Aber auch weniger Sinnvolles wird an einen herangetragen und von Serienschauenden umgesetzt. Der Vorteil eines gepflegten Aperitifs etwa ist vielen durch nächtelange „Mad Men"-Sessions nähergebracht worden und aus New Yorker coole-Clique-Serien wie „Friends" oder „How I Met Your Mother" leiten manche Menschen Regeln für ihre Wohngemeinschaften ab. Nach eingehender Beschäftigung mit „The Big Bang Theory" hat so manch einer etwas über Physik gelernt, wenn auch nur, weil er die Physiker-Witze gerne verstehen würde. An der Realitätsnähe von „The Wire" zweifelt sowieso längst niemand mehr und jeder, der es durchgeschaut hat, weiß hinterher einiges über die Organisation des Drogenhandels und kriminelle Prozesse generell.

Hast du auch schon einmal etwas aus einer Serien gelernt? Kam dort eventuell eine Krankheit vor, über die du später etwas nachgelesen hast und für die du nun Experte bist? Hast du vielleicht irgendeine Art von eigentlich total nebensächlichem Wissen durch die „Simpsons", „King of Queens" oder „Breaking Bad" erlangt? Oder hast du dir Verhaltensweisen einer Figur oder ein neues tägliches Ritual angeeignet? Erzähl uns, was du nach dem Serienschauen Neues wusstest oder gemacht hast. 

Text: nadja-schlueter - Foto: paulniestroj / photocase.com

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