Schluss, aus. Was bleibt von der Liebe übrig?

Nun ist sie weg und du bist wieder allein. Fast. Denn irgendwas hat die Liebe ja doch bei dir gelassen, als sie ging. Welche Beziehungs-Reste finden sich in deiner Wohnung?
marie-piltz
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Illustration: Julia Schubert

[i]„Got a picture of you beside me, got your lipstick mark still on your coffee cup.“ (Take That – Back for Good)[/i] Neulich habe ich mich aufgerafft, mein Zimmer aufzuräumen und während ich so räumte, schaute ich plötzlich ins Gesicht meines Ex-Freundes. Mit treuherzigem Blick grinste er mir von einer angeknacksten CD-Hülle entgegen. Mit einem Finger fuhr ich über die dünne Staubschicht und legte einen Streifen Exfreund-Gesichtshaut frei. Angehört habe ich mir die CD nicht. Ich weiß eh noch genau, welche Lieder darauf sind und wie es sich angefühlt hatte, sie damals im Flugzeug über die Kopfhörer meines Discmans zu hören. 18 Jahre jung war ich und schrecklich verliebt und hab ein paar Tränchen vergossen, als die Fugees aus den Kopfhöreren fugee-la-la-lallten. Kurz nachdem ich aus dem Urlaub wiederkam, haben wir uns getrennt. Ungefähr seitdem liegt der musikalische Liebesbeweis von damals in einer Kiste mit weiteren ungehörten CDs. Musik, Liebesbriefe, Geltuben im Badezimmer oder Haare auf dem Kopfkissen: Die Reste der Liebe sammeln sich in unserem Leben an, wie Souvenirs aus einem längst vergangenen Urlaub. Der Autor Marc Fischer wird demnächst auf jetzt.de in einem Essay darüber schreiben, was von der Liebe übrigbleibt. Denn „kaum jemand lässt mehr zurück als Liebende, die auf einmal keine Liebenden mehr sind. Der Dieb nimmt weg, wenn er kommt; die Ex-Liebe fügt hinzu, wenn sie geht…“ Welche Beziehungsreste finden sich in deiner Wohnung und was machst du heute damit? Warum hast du dich nicht längst von ihnen getrennt? Sollte man vergessene Kleidungsstücke lieber verbrennen, verschenken oder selbst anziehen? Und welche Dinge von dir stehen eigentlich noch in den Zimmern deiner Ex-Liebschaften? [i]Eine Auswahl der schönsten Ticker-Beiträge veröffentlichen wir gemeinsam mit Marc Fischers Text auf der jetzt.de-Zeitungsseite in der Süddeutschen Zeitung.[/i]

Text: marie-piltz - Foto:ddp

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