Jeder Schüler, der das vergangene Schuljahr wiederholen muss, darf in diesem Sommer im Heide Park Resort kostenlos alle Achterbahnen durchprobieren. Wer eine Kopie von seinem Zeugnis am Eingang abgibt, erhält ein VIP-Bändchen, mit dem man in Kombination mit einer Tages- oder Jahreskarte jeweils eine Runde an beliebig vielen Fahrgeschäften mitfahren darf.

Aktionen wie die "Ehrenrunde" im Heide Park gibt es fast jedes Jahr, meistens richten sie sich aber an Schüler mit besonders guten Noten. Wer mindestens einen Einser im Zeugnis hat, bekommt zum Beispiel am Königssee, Starnberger See, Ammersee und Tegernsee in Begleitung eines vollzahlenden Familienangehörigen eine Freifahrt geschenkt. Beim "Schools over Jam" in München spendiert das Jugendtreff am Biederstein für jede vorgezeigte Eins im Zeugnis eine Kugel Eis.

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Fragwürdig ist, wenn schlechte Leistungen belohnt werden. Seit Jahren hält sich das Gerücht, dass jeder Abiturient mit einem Schnitt von exakt 4,0 einen Porsche geschenkt bekommt. Beweise wurden allerdings noch nicht erbracht. Der Züricher Verkehrsbund schenkt den ersten 500 Schülern mit ungenügenden Leistungen einen ZVV-FerienPass. Damit haben sie freie Fahrt mit Zug, Bus, Tram und Bergbahn. Außerdem gratis Eintritt zu über 40 Museen und in den Zoo. Anstatt sich zu langweilen, sollen die Schüler auf spielerische Art und Weise ihr Allgemeinwissen verbessern. Das Heide Park Resort rechtfertigt sein Angebot damit, dass es frustrierend genug ist, wenn man in der Schule durchfällt, und man eine kleine Aufheiterung gut gebrauchen kann. Es sei keine Belohnung, sondern ein Motivationsschub, der die Schüler viel motivierter in das neue Schuljahr starten lässt, sagte der Geschäftsführer Hannes Mairinger.

Welche Abi-Mythen kennst du noch? Was hältst du von der Idee mit den Achterbahn-Freifahrten? Sollten Sitzenbleiber die Sommerferien besser mit Lernen verbringen? Wie sollten deiner Meinung nach Schüler belohnt werden? Sollen sowohl gute als auch schlechte Noten belohnt werden oder steht ausschließlich den guten Schülern eine Belohnung zu? Oder wäre es gerechter, solche Aktionen ganz abzuschaffen?

Text: sophie-kobel - Foto: dpa