Spargelhass auf Lebenszeit

Eltern merken sich unsere Vorlieben und Abneigungen genau. Aber dass die sich auch ändern können, scheinen sie nicht wahr haben zu wollen. Der Tagesticker zur Frage: Was denken deine Eltern über dich?
eric-mauerle

Mein Vater ist ein großer Spargelfreund. Ich mag die Stangen auch ganz gerne, aber das war nicht immer so. Als Kind habe ich sie verabscheut. Deshalb gab es auch nie einfach nur Spargel, sondern es gab ihn als Beilage, zum Beispiel zu Schnitzel. Mein Vater konnte sich dann einen großen Haufen Spargel auf den Teller laden, ich konnte mein Fleisch mampfen. Ich habe schon lange nichts mehr gegen Spargel. Trotzdem wundert sich meine Mutter jedes Mal wieder, wenn ich zu Hause zu Besuch bin und mir auch welchen nehme. „Ich dachte, du magst keinen Spargel“, sagt sie dann verwundert. Das ist nicht nur bei mir so, ich habe ähnliches auch von Freunden gehört. Einer, der früher ein großer Fan der Ärzte war, bekommt noch immer bescheid, wenn seine Mutter etwas über die Band in der Zeitung gelesen hat, die ihn eigentlich längst nicht mehr im Geringsten interessiert. Es scheint manchmal, als würden unsere Eltern irgendwann im Laufe der Zeit, in der wir noch zu Hause wohnen, ein Archiv unserer Vorlieben und Gewohnheiten anlegen, es aber nicht mehr aktualisieren, wenn wir mal ausgezogen sind. Wir bleiben Ärztefans und Spargelhasser, scheinbar auf Lebenszeit. Teilst du diesen Eindruck? Was denken deine Eltern über dich und deine Gewohnheiten?

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