Spürst Du das Alter? Der gerontische Ticker

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Das Alter sitzt mir in den Knochen. Es hat sich in mir eingenistet und breitet sich von dort unaufhaltsam aus. Mit viel Sport und gesunder Ernährung kann ich den Verfallsprozess vorübergehend verlangsamen, aufhalten aber geht nicht. Ich werde ein alter Mann. Ich werde sterben. Das beste Indiz, um den Verfallsprozess meines Körpers zu definieren, ist mein Kater. Er dauert immer länger. Mit 17 hatte ich gar keinen; vielleicht war ich die ersten zwei Stunden ein bisschen müde, spätestens am Nachmittag war ich physisch wieder vollständig regeneriert. In meiner jugendlichen Hybris glaubte ich sogar, dass manche Menschen – wie ich – einfach nie einen Kater bekommen. Das änderte sich so Anfang 20, als eines Morgens ein kleiner Mann mit einem spitzen Hammer immer wieder von innen gegen meinen Schädel hämmerte. Einen Tag Kater halte ich mittlerweile für einen Witz. Wer nur einen Tag Kater hat, ist ein Jungspund. Der kleine Mann mit dem Hammer bleibt heute Minimum zwei Tage. Und am dritten Tag spüre ich immer noch, dass er da gewesen ist. Weswegen ich versuche, nur noch Freitagabend lang und viel zu trinken.

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Illustration: Julia Schubert

Meine Rechnung geht nun so: Ab 35 wird der Kater drei Tage andauern. Ab 45 werde ich mich auch am vierten Tag noch schlecht fühlen. Und irgendwann, so ab 65, werde ich mich jeden Tag schlecht fühlen. Einfach so. Hinzu kommen: Rückenprobleme, komische Zerrungen im Nackenbereich, Verschlechterung der Sehkraft, die erste Krone, Fußpilz, plötzlich auftretende Mattheit, Schlafstörungen, Haarausfall, Übergewicht, Gelenkschmerzen, Faltenbildung. Es wird immer schlimmer. Außerdem neigt man im Alter immer mehr zu Hyperchondrie. Du auch? Wann hast Du zum ersten Mal gespürt, dass Du alt wirst? Welche körperlichen Verfallserscheinungen hast Du?

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