Tagesticker: Warst du schon mal richtig stur?

Teile diesen Beitrag mit Anderen:

Zwei Beobachtungen: 1. Vergangene Woche machte dieses nette US-Wahl-Video die Runde, in dem eine absurde Situation durchgespielt wird: Was wäre, wenn wegen einer Stimme, wegen eines Menschen, der den ganzen Wahltag verschläft die Präsidentschaftsfrage so rum oder so rum entschieden würde? 2. Am Samstag auf dem Parteitag der SPD in Hessen drohte Jürgen Walter seiner Partei, dem Koalitionsvertrag mit den Grünen nicht zuzustimmen. Waren vorher alle SPD-Menschen bester Stimmung - nach Walters Rede waren sie es nicht mehr. Sie waren vielmehr in heller Angst, weil die Partei in Gefahr geriet, Anfang der Woche vielleicht doch nicht Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin wählen zu können. Keine Sorge, mit diesen beiden Rückgriffen soll keine Diskussion über Abweichler in der Politik vom Gatter gebrochen werden. Es geht eher um die Frage, wieviel Bedeutung der Einzelne hat - der Einzelne, der fehlt, und der der Grund ist, dass die Schulklasse nicht rechtzeitig in den Vergnügungspark kommt; der Einzelne, der mit seiner Sturköpfigkeit alle Planungen für den großartigen Abi-Scherz in die Tonne tritt; der Einzelne, an dem die beste Idee des Jahrhunderts scheitert, weil er vielleicht auf dem Geld sitzt oder weil er irgendeine Ressource besitzt, ohne die die Idee nie und nimmer umsetzbar ist! Warst du schon mal so - stur, - quertreibend, - als einziger anderer Meinung? Wie war das?

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Exemplare examinierter Sturheit: Esel, Schafe Kann man sich dieses solitäre "Dagegensein" überhaupt noch leisten, ohne in Schule, Studium, Job und Privatleben aus dem Rahmen zu fallen? Welche Fälle von beispielloser Sturköpfigkeit kannst du erzählen?

Text: peter-wagner - Foto: ap

  • teilen
  • schließen