Tagesticker: Welche Gedicht-Reste sind noch in deinem Kopf?

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Als wir in der jetzt.de-Redaktionskonferenz über das Thema "Gedichte auswendiglernen" sprechen, zucken die ganz ganz jungen Kollegen mit den Schultern. Nach Lage der Dinge ist das Versepauken aus der Mode geraten. Wenn dieser Trend Schule macht, könnte eine der größten Demütigungsquellen nach und nach versiegen. Mit zwölf vor den sehr verehrten Klassenkameraden zu stehen und "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" runterzunudeln ist in dem Alter echt keine Freude. Tobi versucht einen dauernd zum lachen zu bringen und Silke und Christina lachen mit Zeigefinger über die Hochwasserhose, die im Stehen vor der Tafel gut zur Geltung kommt. Jetzt könnte man meinen, dass, was man sich damals angeeignet hat, so schnell aus dem Hirn rausspaziert ist, wie man es hineingeschickt hat. Aber pah! In sehr seligen Stunden packt eine gewisse Spezies Mensch ihr Langzeitgedächtnis bei der Hand und führt es den Freunden und Kollegen vor. Dann werden Rilke und Schiller und Glocke und Panther zitiert, als sei nicht eben Herta Müller sondern das ganze alte deutsche Dichtergesocks mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden.

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Illustration: Julia Schubert

Kennst du das, dass sich irgendwann damals in der Schule Reime an dein Hirn geklammert haben, als sei es die letzte Zufluchtstätte? Kannst du noch viel davon auswendig? Was kannst du noch auswendig?

Text: peter-wagner - Das Gedicht schrieb auf: Katharina Bitzl

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