Um zwei ist die Party vorbei!

In immer mehr bayerischen Städten sollen Kneipen und Discotheken um zwei Uhr schließen. Findest Du, dass eine Sperrstunde der richte Weg ist, um Problemen wie Alkoholmissbrauch und Lärmbelästigung zu begegnen?
pierre-jarawan

In Passau, Bamberg und Deggendorf wurde die Sperrstunde wieder eingeführt. Das heißt, nach zwei Uhr dürfen dort in Kneipen und Discotheken keine Getränke mehr ausgeschenkt werden. Kurze Zeit später wird geschlossen. Nach dem Gaststättengesetz steht es jeder bayerischen Kommune frei, über eine Sperrstunde zu entscheiden. Die einheitliche Sperrstunde wurde in Bayern erst 2005 abgeschafft, jetzt diskutiert man wieder darüber.

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Illustration: Julia Schubert


 
Folgendes Szenario könnte Dich als Party- und Kneipengänger dann erwarten: Du sitzt mit Freunden gemütlich bei Bier und Wein zusammen oder ihr feiert auf der Tanzfläche. Und um zwei Uhr geht das Licht an. Das war’s. 

Und das, wo es unter richtigen Feierfreunden doch als abgemacht gilt, dass man eine Disco unmöglich vor 22 Uhr betreten kann. Und vor fünf Uhr nach Hause zu gehen, steht sowieso nicht zur Debatte. 

Für Studenten in Universitätsstädten wie Bamberg bedeutet das auch: Die Betreiber können keine weiteren Hilfskräfte mehr einstellen, weil das Geld fehlen wird. Einen der beliebten Kellnerjobs am Wochenende zu erhalten, dürfte schwerer werden.

Der Zweck dieser Sperrstunden klingt zunächst einleuchtend: Alkoholmissbrauch, Ruhestörungen, Schlägereien und Sachbeschädigungen haben laut einer Polizeistatistik vom Herbst 2010 stark zugenommen. In auffällig viele Autounfälle, die in den frühen Morgenstunden passierten, waren junge alkoholisierte Fahrer verwickelt. Die Zeit, in der man Alkohol bestellen kann, soll also verkürzt werden.

Aber ist eine Sperrstunde die richtige Lösung? Theoretisch könnte man sich um 20 Uhr einen Tisch voll Bier bestellen, um den gewohnten Pegel in kürzerer Zeit zu erreichen. Schwer vorstellbar ist es auch, dass die Lärmbelästigung abnimmt, wenn sämtliche Discobesucher um halb drei gleichzeitig auf die Straße torkeln, oder? Diejenigen, die dagegen protestieren, plädieren stattdessen für eine stärkere Aufklärungsarbeit, was den Umgang mit Alkohol angeht.

Was würdest Du zu einer Sperrstunde in Deiner Stadt sagen? Glaubst Du, dass sich die erwähnten Probleme dadurch lösen oder einschränken lassen? Fällt dir eine bessere Alternative ein?



Text: pierre-jarawan - Foto: afp

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