Unwissentlicher Gesetzesbrecher?

Giovanni di Lorenzo hat zwei Mal gewählt und sich damit eventuell strafbar gemacht. Wann hast du schon mal aus Versehen gegen das Gesetz verstoßen?
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Ein bisschen kalkuliert wirkte es ja: Am Sonntagabend hat Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo in der Talkshow von Günther Jauch erzählt, er habe zweimal bei der Europawahl abgestimmt – einmal als Italiener und einmal als Deutscher. Di Lorenzo hat zwei Pässe, logistisch war das also kein Problem – blöd nur, dass ausgerechnet sein Medium über dieses Problem zuvor noch berichtet hatte. Oder sollte man vielleicht sagen: Geschickte Eigenwerbung?  

In der Sendung wurde daraufhin natürlich eifrig debattiert, dass das so nicht ginge, Konsequenzen haben müsse und so weiter. Am nächsten Tag dann: Di Lorenzo in der Bildzeitung, Titelzeile: „Mir tut das aufrichtig Leid.“ Er habe nicht gewusst, dass man nicht zweimal abstimmen dürfe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt trotzdem wegen Wahlfälschung.  

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Illustration: Julia Schubert

Wann hast du schon einmal unwissentlich das Gesetz gebrochen?

Natürlich gilt auch bei einem Giovanni di Lorenzo die Floskel „Dummheit schützt vor Strafe nicht“. Aber ausgerechnet bei diesem Argument bekommt man auch ein bisschen Mitleid. Denn wenn man dann mal in der eigenen Vergangenheit wühlt, fällt einem doch die eine oder andere Episode ein, in der man selbst unwissentlich das Gesetz gebrochen hat. Als man tatsächlich aus Versehen das Ticket mal nicht abgestempelt hatte und prompt erwischt wurde. Oder die Familienpackung Kinder-Pingui ganz unten in der Einkaufstasche beim Bezahlen übersehen hatte. Ebenfalls sehr beliebt, wenn auch nur mittelmäßig kriminell: Den Studentenstatus überziehen, keinen Parkschein lösen und die Verkäuferin nicht darauf hinweisen, wenn sie vergessen hat, ein Kleidungsstück zu kassieren.  

Nun erwarten wir von euch für diese Vergehen à la di Lorenzo keine öffentliche Abbitte in der Bildzeitung. Interessieren tut es uns trotzdem: Wann habt ihr mal unwissentlich das Gesetz gebrochen?

Text: charlotte-haunhorst - Bild: photocase.com / inkje

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