Vom Zusammenhalt

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Glaubst du, dass man den meisten Menschen trauen kann? Hast du diesen Monat einem Unbekannten geholfen oder Geld gespendet? Und wie stehst du zu Menschen anderer Hautfarbe als Nachbarn? Solche Fragen wurden den Menschen gestellt, die bei einer Umfrage der Bertelsmannstiftung mitgemacht haben. Sie war Teil einer Vergleichsstudie zu Gemeinsinn und gesellschaftlichem Zusammenhalt in 34 Staaten. Neben der Umfrage wurden auch Daten zu Wahlbeteiligung oder Korruption ausgewertet. Aus allen Ergebnissen zusammen wurde eine Rangliste erstellt. In Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden ist der Gemeinsinn am stärksten ausgeprägt, in Rumänien, Griechenland und Bulgarien hingegen nur sehr wenig. Deutschland landete auf Platz 14. Bedenklich ist laut den Forschern, dass die Deutschen immer weniger Vielfalt in ihrem Land akzeptieren und immer häufiger Vorbehalte gegen Einwanderer haben. Das sei ein Risiko für den Zusammenhalt der deutschen Gesellschaft.  

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Illustration: Julia Schubert

Deutschland erreichte in einer Studie zum Gemeinsinn in 34 Staaten Platz 14.

„Gemeinsinn“, das klingt erstmal eher abstrakt. Jetzt wurde er zwar anhand von Zahlen und Umfrageergebnissen untersucht, aber wie genau zeigt er sich uns im Alltag? Wie merken wir, ob unser Gemeinsinn besonders stark oder schwach ausgeprägt ist? Jeder kennt das Gefühl (oder die enthusiastisch vorgetragenen Geschichten weitgereister Bekannter), dass die Menschen in anderen Ländern gastfreundlicher oder hilfsbereiter sind als in Deutschland. Auch die Fremdenfeindlichkeit ist hierzulande leider immer wieder spürbar. Aber dennoch ist es schwer, „unseren“ Gemeinsinn mit dem anderer zu vergleichen. Hätte man mich gefragt, auf welchem Platz von 34 Deutschland in dieser Studie gelandet ist, ich hätte keine Ahnung gehabt.  

Wie ist das bei dir? Bestätigt das Ergebnis der Studie deine Einschätzung des gesellschaftlichen Zusammenhalts oder hättest du gedacht, Deutschland würde besser oder schlechter abschneiden? Und: Was bedeutet „Gemeinsinn“ für dich? Wie äußert er sich, woran erkennst du ihn und wie wichtig ist er dir? Was trägst du selbst dazu bei?

Text: nadja-schlueter - Foto: dpa

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