Was kann bio nicht?

Ist das alles in bio auch besser? Welches Lebensmittelprodukt würdest du nie gegen seine grüne Alternative tauschen?
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Illustration: Julia Schubert


Längst haben wir uns daran gewöhnt, dass aus den kleinen Naturkostläden mit der „Schnee-Kopppe“ Türklingel richtige Supermärkte geworden sind, Bio-Vollsortimenter. Hier kauft es sich leichter, etwas günstiger und vor allem ist die Vielfalt der „gut“ produzierten Produkte dort erstaunlich: Anchovis, Sekt, Fertigpizza – alles ist heute mit Bio-Siegel erhältlich. Dass es sie gibt, bedeutet aber nicht unbedingt, dass alle Produkte eins zu eins in Bioqualität übertragbar sind oder gar besser schmecken, was man ja schon leise unterstellt, wenn man das Doppelte bezahlt.

 Ketchup ist zum Beispiel so ein Fall – mag sein, dass mein Gaumen vom Kraft-Konzern längst einer Gaumenwäsche unterzogen wurde, aber diese Substanz, die der Bio-Discounter als Ketchup anbietet, empfinde ich in allen Variationen als Quatsch: Kommt nicht aus der Flasche, schmeckt wie Tomatenmark mit wahlweise zuviel oder zu wenig Essig, glänzt nicht. Müslis lassen sich dort hervorragend einkaufen, aber wehe man möchte Cornflakes oder das, was man einst von Kellogs als gepuffte Weizenlost kennengelernt hat – alle derartigen Alternativen sind irgendwie witzlos, da kann so viel Bio-Rohrzucker oder Fair-Trade-Schokoloade dabei sein wie man will. Um Vollkornnudeln mache ich schon lange einen großen Bogen. In Nudeln gehört meinem Geschmack nach nur Hartweizengrieß. Kein Bio-Ei, kein Vollkornmehl, kein Dinkelschrot, das Zeug sieht schon im Topf aus wie Altpapier.   Welche Sachen würdest du nicht Bio einkaufen, bei welchen lohnt sich die Bioqualität vielleicht auch gar nicht? Was war deine größte Enttäuschung mit den guten Produkten und welches herkömmliche Konzern-Lebensmittel möchtest du trotz allem nie missen?

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