Was lernst du aus der Katastrophe im Golf von Mexiko?

Stand Montag strömen aus einem Leck am Bohrloch nahe der gesunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" gut 700 Tonnen Öl. Täglich. Und niemand kann das stoppen. Wie geht es dir dabei?
yvonne-gamringer
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Illustration: Julia Schubert

Barack Obama hat festgestellt, dass BP die Rechnung für all die Schäden übernehmen müsse, die durch die gesunkene Bohrinsel "Deepwater Horizon" entstehen. Besonders viel Widerspruch hat er sich mit diesem Satz nicht eingehandelt, selbst vom britischen Ölkonzern nicht. Die Schuldfrage scheint also im Kern schon geregelt. Ganz und gar nicht geregelt ist die Frage, wie man das Desaster gerade irgendwie aufhalten kann. Seit Tagen erklärt im Radio und im Fernsehen ein Experte nach dem anderen, dass man so gut wie nichts tun könne. Öl abfackeln, Entlastungsbohrung, Leck stopfen etc - alles aus verschiedenen Gründen so gut wie unmöglich. Also wartet man einfach auf den Schaden, der entsteht. Es gibt so gut wie keinen Schutz vor dem, was da geschieht. Und vor allem gibt es wohl auf Wochen hinaus keine Chance, das ausströmende Öl zu stoppen. Es ist ein komisches, ein hilfloses Gefühl: Eine Katastrophe ist schon geschehen und trotzdem tritt sie erst nach und nach ein. Man kann so gut wie nichts gegen sie tun. Man kann sich nur bereit machen, ihr zu begegnen. Geht es nur mir so oder findest du das auch komisch? Zeigt uns dieses Desaster, dass wir unsere Welt, die wir angeblich ja unter Kontrolle haben, einfach - gar nicht kontrollieren? Nicht mal ein bisschen?

Text: yvonne-gamringer - Foto: dpa

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