Was sagt der Notenschnitt über das weitere Leben?

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Man kann im Leben ja nicht vorspulen. Wenn es ginge, könnte man nachsehen, ob der Spanischkurs denn irgendeinen Wert hat, ob man also wirklich mal in die Verlegenheit kommt, dereinst im Leben Spanisch reden zu müssen. Man könnte auch nachsehen, wann man die Chemiekenntnisse wieder braucht, die man sich in der Schule vielleicht sehr umständlich angeeignet hat. Oder ob die Wahrscheinlichkeitsrechnung nochmal zu einer alltäglichen Anwendung kommt. Wobei --- so wahnsinnig viel würde das nicht bringen. Schulfach ist Schulfach, muss man ja machen, darf nicht links liegen lassen. Zählt ja in die Gesamtnote, in den Durchschnitt, in die große Schlusskalkulation. Um nichts anderes geht es dann im letzten Schuljahr. Um den Notenschnitt, von dem angeblich ja sehr viel abhängt. Das stimmt einerseits. Mancher Ausbildungsleiter schaut genau auf die Noten und nicht so sehr aufs menschliche Gesamtbild. Manche Studiengänge sind nur mit bestimmten Noten überhaupt studierbar. Doch wenn diese Hürde ins Ausbildungsleben einmal überwunden ist, scheint sich niemand mehr für deinen Notenschnitt zu interessieren. Umso mehr Jahre ins Land ziehen, umso weniger interessiert die Menschen dein Schulfleiß. Manchmal ist das irgendwie bedrückend, weil soviel Mühe umsonst gewesen zu sein scheint. Andererseits ist es ja auch gut, dass ein Mensch nicht sein ganzes Dasein lang vom einst erreichten Notenschnitt verfolgt wird. Es gibt doch tonnenweise Beispiele von Menschen, die in der Schule mau waren und erst später aufgetrumpft haben.

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Illustration: Julia Schubert

Wie war das bei dir? Welche Rolle hat der Notenschnitt, mit dem du die Schule verlassen hast in deinem Leben gespielt? Hat er dir etwas versaut? Oder wurde er überall ignoriert? Deutet der Schnitt wirklich auf den Menschen hin, der dahinter steht?

Text: yvonne-gamringer - Foto: dpa

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