Was tust du gegen den Spätsommer-Blues?

Wenn die Tage kürzer und die Abende kühler werden, deutet sich das Ende des Sommers an. Das fühlt sich jedes Jahr wieder nach verpassten Chancen und Vergänglichkeit an. Wie geht's dir im Spätsommer-Blues?
christian-helten

Manche werden jetzt vielleicht sagen: Alter, du spinnst, genieß doch einfach, was du hast. Würde ich verstehen, ehrlich. Aber ich kann ihn nicht abstellen: den Spätsommer-Blues.  

Er überfällt mich jedes Jahr etwa um diese Zeit im August. Meistens an einem Abend, an dem ich mir um 20:30 Uhr denke, ich könnte jetzt doch noch an einen See fahren oder Tischtennis spielen im Park oder irgendeine andere Sommeraktivität angehen – und dann merke: Die Sonne ist gerade untergegangen. Zu spät. Gleich sieht man keinen Tischtennisball mehr. Und ein bisschen kühl ist es auch.  

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Illustration: Julia Schubert

Der letzte schöne Sonnenuntergang in diesem Jahr?

In diesem Moment wird mir bewusst, dass der Sommer seinen Zenit überschritten hat. Dass nicht mehr viele Nach-der-Arbeit-noch in-den-See-springen-Abende kommen werden, womöglich sogar gar keiner mehr. Dass ich es vielleicht nicht mehr schaffen werde, eine Isar-Schlauchboot-Tour zu machen oder im Freien zu übernachten. 

Ich blicke auf die Datumsanzeige meiner Uhr und obwohl ich es ihm verbiete, beginnt mein Gehirn zu rechnen: noch fünf Wochenenden, bis das Oktoberfest anfängt; die Zeit also, von der ich ganz genau weiß, dass nur ein T-Shirt auf dem Heimweg abends zu kalt ist und dass direkt danach der Oktober kommt und dann Allerheiligen und die graue Schneematsch-Dunkel-Zeit.  

Ich würde den Sommer-Blues gerne ignorieren, denn er führt ja zu nichts. Ich weiß eigentlich auch, dass er viel zu früh kommt und der September noch wunderschön sein kann und es überhaupt keinen Grund für schlechte Laune gibt. Aber ich werde diesen Geschmack nach verpassten Gelegenheiten und Vergänglichkeit nicht los.  

Wie ist das bei dir? Hast du auch den Sommerblues? Wann überfällt er dich? Und wirst du ihn wieder los? Oder hast du genug Flip-Flop-Kilometer runtergerissen und bist so viele Freibadbahnen geschwommen, dass du dem Herbst mit festem Blick entgegensiehst?


Text: christian-helten - Foto: lachica / photocase.de

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