Was wirst du immer gefragt?

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Heute gibt es schon zu Beginn des Tickers eine Frage, eine grundlegende sogar (um die es am Ende aber gar nicht gehen soll): Frierst du lieber oder schwitzt du lieber? Ich habe in dieser Hinsicht einen Wandel durchgemacht. Als Teenagerin fand ich es unfassbar schlimm zu schwitzen, weil ich dann immer das Gefühl hatte, furchtbar auszusehen, speckig glänzend, mit strähnigem Haar und verschmierter Schminke. War vermutlich auch so, bloß war es nur halb so schlimm wie ich dachte. Als Teenagerin will man halt am liebsten die ganze Zeit nach Blumen duften und frisch gewaschen aussehen. Oder süß. Und frierend kann man süß aussehen, so als Vierzehnjährige mit roter Nasenspitze, schwitzend aber nicht. Das Frieren war also meine erste Wahl.  

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Tausend Mal die gleiche Frage!

Heute würde ich die Frage immer andersherum beantworten: Tausend Mal lieber schwitzen als frieren! Ich hasse es zu frieren, es macht mich müde und mürrisch, fühlt sich nach Kranksein oder Winter an und oft helfen auch keine drei Pullover und vier Tassen Tee dagegen. Weil ich mich so davor fürchte zu frieren, bin ich oft noch langärmelig angezogen, trage eine Jacke, einen Schal oder Strumpfhosen unterm Kleid, wenn andere schon in Tanktops und Sandalen rumlaufen. Meistens bin ich damit sehr zufrieden, ich weiß ja, wie ich auf welche Temperaturen reagiere. Andere können das natürlich nicht wissen, darum wird mir im Frühjahr und Sommer überdurchschnittlich oft folgende Frage gestellt: „Ist dir nicht zu warm?“ Darauf habe ich meist nur eine Antwort: „Nein.“ Und bin jedes Mal ein bisschen irritiert, weil ich das Gefühl habe, mich für einen Pullover  rechtfertigen zu müssen. Als sei es falsch, den zu tragen. Ein Verrat am guten Wetter oder so.  

Eine Umfrage in der Redaktion hat ergeben, dass fast jeder eine bestimmte Frage magisch anzuziehen scheint. Zum Beispiel: „Lässt du dir die Haare wachsen?“ Oder: „Magst du wirklich kein Bier?“ Oder: „Du machst echt keinen Sport?“  

Welche Frage wird dir besonders oft gestellt? Vielleicht ein Klassiker wie „Und was kann man später mal damit machen?“ Was viel zu Privates wie „Und wann zieht ihr endlich mal zusammen?“ Oder bloß eine kleine, aber extrem nervige Frage aus der Kategorie „Wie, du magst keinen Käse???“

Text: nadja-schlueter - Illustration: Sandra Langecker

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