Welche Erinnerungen hast du an Tschernobyl?

Man muss in diesen Stunden nicht lange warten, bis man aus Radio, Fernsehen oder Twitter das Wort Tschernobyl hört. Was kommt dir dabei in den Sinn?
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Illustration: Julia Schubert


Klar, angesichts der Vorgänge in Japan liegen Vergleiche zum bis dato prominentesten Gau der zivilen Atomgeschichte nahe. Viele denken bei dem Wort „Tschernobyl“ aber nicht nur an Japan, sondern auch an ihre Kindheit. Wer in den 80er-Jahren aufwuchs, für den gab es wenig prägendere Nachrichten-Ereignisse als das Challenger-Unglück und eben die halbvertuschte Katastrophe in der Ukraine, vor fast genau 25 Jahren. Zumal letztere Konsequenzen hatte, die für uns damals deutlich spürbar waren. Wir durften nicht mehr in den Sandkasten, solange bis ein Laster mit nicht-kontaminiertem Ersatz-Sand kam, Mama begann Milchpulver zu horten und das Pilzesuchen mit Papa wurde ersatzlos gestrichen – bis heute.

Aber nicht nur im Sandkasten änderte sich was, auch im Kopf. Auch wer die Anti-Atomkraft-Bewegung noch im Fruchtwasser ausgesessen hatte oder im gutbürgerlichen Pro-Kohl-Haushalt aufgewachsen war, war für die Atomkraft nach Tschernobyl einigermaßen verloren. Die bedrohliche Wolke aus dem Osten jedenfalls, hat sich im Kinderdenken ordentlich verankert. 
Was sind deine Erinnerungen an Tschernobyl? Wenn du jünger bist – welche Auswirkungen hast du davon mitbekommen, woran musst du bei dem Wort heute denken? Und denkst du, dass der Begriff „Fukushima“ eine ähnlich weitreichende Bedeutung für die nächsten Generationen behalten wird?

Text: fabian-fuchs - Foto: ap

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