Welcher Aufräum-Typ bist du?

Penibler Pingel oder nachlässiger Chaot in der eigenen Wohnung zeigt sich das wahre Gesicht eines Menschen. Deshalb: Wie oft räumst du deine Wohnung oder dein Zimmer auf?
michel-winde

Meine Freundin sagt, ich sei ein Spießer. Immer wieder muss ich mir das anhören. Dabei habe ich nichts Spießiges an mir – finde ich. Einzig, dass ich es nicht mag, wenn in der kompletten Wohnung Klamotten, Teller, Taschen oder Schuhe herumstehen. Sie sind nicht nur Stolperfallen, sondern machen es auch ungemütlich. Nach einer Mahlzeit räume ich den Tisch ab, meine Jacke hänge ich nach dem Öffnen der Wohnungstür an die Garderobe und die Schuhe haben ihren festen Platz im Flur. Ist das schon spießig?  

Default Bild

Illustration: Julia Schubert



Um eines klarzustellen: Ich bin kein Pedant. Auf meinem Schreibtisch herrscht Chaos. Bücher, Blöcke, Notizen und Stifte liegen kreuz und quer über meinem Laptop verteilt. Ich sortiere weder CDs noch Platten nach Interpret oder Genre. Ich hasse es, Staub zu wischen, und liebe meinen Staubsauger für jedes Staubkorn, das er für mich einsaugt.  

Ich räume nicht gerne auf, tue es aber doch regelmäßig – in der Summe ergibt das weniger Arbeit. Vielleicht bin ich ein Teilzeit-Spießer.  

Kollege Stremmel ist da anders. Er wartet mit dem Aufräumen, bis er es im Chaos seiner Wohnung nicht mehr aushält – um dann eine großangelegte Putz- und Aufräum-Aktion zu starten. Erst wenn sich sein Kram gen Decke stapelt, wird er aktiv. Konkret bedeutet das: Seine Wohnung erstrahlt im Drei-Wochen-Rhythmus in neuem Glanz. Anschließend setzt sich der graue, staubige und chaotische Alltag wieder ab und hinterlässt seine fiesen Spuren. Ein paar Wochen später dann erneut das große Reinemachen.  

Es braucht keine soziologische Abhandlung, um verschiedene Aufräum-Typen zu kategorisieren. Auffällig ist aber doch, dass jeder anders (Un-)Ordnung in seiner Wohnung hält. Die einen kommen nicht zur Ruhe, weil immer irgendein Teil nicht am rechten Platz ist, den anderen ist alles egal – und so sieht es bei ihnen auch aus.  

Welchen Aufräum-Rhythmus hast du dir angewöhnt? Bist du Pedant oder Chaot? Wartest du wochenlang, um deine Bude innerhalb von Stunden wieder auf Vordermann zu bringen? Oder hängst du deine Sachen sofort zurück in den Schrank und stellst Bücher ins Regal, weil bei dir alles seinen festen Platz hat? Wie auch immer du es mit dem Aufräumen hältst – klär uns auf!

  • teilen
  • schließen