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Ja, es gibt sie wirklich: Menschen, die sich zwei Wochen Urlaub nehmen, weil Oktoberfest ist. Nicht weil sie neben der Theresienwiese wohnen und die Flucht ergreifen. Sondern weil sie das Oktoberfest ausgiebig feiern wollen. Jeden Tag. Am liebsten von früh bis spät. Ob das eine gute Idee oder total beknackt ist, sei dahingestellt. Das ist in erster Linie eine Frage des Geschmacks. Die Wiesn-Urlauber haben das zweiwöchige Besäufnis zu ihrem Heiligtum erklärt. Es ist ihnen so wichtig, dass sie einen Großteil ihres Jahresurlaubs dafür opfern.  

Und warum eigentlich nicht? Ich kenne Leute, die sich freinehmen, wenn Filmfest ist, weil sie auch an einem Mittwoch schon vormittags den Autorenfilm aus Irland sehen wollen und Abends ständig auf Partys mit wichtigen Filmmenschen gehen müssen.  

Und im Prinzip ist das ja auch nachvollziehbar. Urlaub ist nicht nur fürs Reisen da. Wenn das Schöne zu Hause ist, warum soll man sich nicht genau dann aus dem Alltag ausklinken und dort seine Erholung suchen – worin auch immer sie besteht?   Erscheint dir so ein terminorientierter Heimaturlaub logisch? Hast du sogar auch einen heiligen Tag oder eine heilige Woche, wo auf keinen Fall die Arbeit stören darf?

Text: christian-helten - Foto: ino / photocase.de