Wie alt sind deine Eltern?

Eine einfache Frage, an die sich ein kompliziertes Thema anschließt, über das man nicht so gerne nachdenkt. In diesem Ticker wollen wir es aber trotzdem tun.
max-scharnigg
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Illustration: Julia Schubert


Was die Beziehung zu unseren Eltern angeht, so gibt es dabei ja meist eine Komfort-Zone, die sich so etwa zwischen unserem 20. und 40. Lebensjahr erstreckt. Wir sind dann erwachsen und unsere Eltern sind es immer noch und man begegnet sich auf gütlicher Augenhöhe. Sie sind noch nicht richtig alt, sondern einfach da und man kann sich gegenseitig ganz unbesorgt in Ruhe lassen. Weil man weiß, wenn man sie morgen mal wieder anruft, dann wird Mama über ihre Arbeit schimpfen und Papa von seinem Segelkurs erzählen. So könnte es eigentlich bleiben, denkt man, und nur gelegentlich fällt einem ein, dass es garantiert nicht so bleiben wird. Dass es eine Zeit geben wird, in der man sich mit einem mulmigen Gefühl von ihnen verabschiedet, in der das Krankenhaus anruft oder man sich wirklich etwas für Papa überlegen muss, weil es so nicht mehr weitergeht. Das ist dann: Raus aus der Komfort-Zone und rein in das Ende von geliebten Menschen, das vermutlich genauso kompliziert wird wie der Anfang, nur weniger hoffnungsvoll.

Bis es aber soweit ist, vergessen wir eigentlich, wie alt unsere Eltern sind und nur manchmal, wenn Freunde erwähnen, dass sie am Wochenende zum 65. Geburtstag ihres Vaters fahren oder nicht wissen, was sie ihrer Mutter zum 70. schenken sollen, dann fällt uns auf, wie hoch diese Zahlen eigentlich schon sind. Und wie bald es bei unseren Eltern auch so weit ist.

Deswegen hier in diesem Ticker die Frage: Wie alt sind eigentlich deine Eltern? Wie erlebst du sie zurzeit und was willst du noch mit ihnen erleben? Wie sehr beschäftigt dich ihr Älterwerden und wie redest du mit ihnen darüber? Oder sie mit dir? Gibt es irgendwelche Pläne, für später?

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