Wie geht Verlieren? Der Loser-Ticker

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Als Bastian Schweinsteiger den letzten Elfmeter versemmelte und sich daraufhin das Trikot über den Kopf zog wie ein Kleinkind, da konnte man mal wieder sehen, wie wahnsinnig schwer Verlieren ist. Und dass man in diesem Moment nur sehr selten an Würde und Größe denkt, sondern einfach nur heulen kann (und oft auch: muss). Als Schweinsteiger bei der Siegerehrung immer noch so trauerte, dass er nicht mal die ausgestreckte Hand des Bundespräsidenten Joachim Gauck drücken wollte, da musste man sich schon fragen, ob das noch der Tunnelblick nach der Niederlage war oder einfach nur Trotz. Gut sah das alles nicht aus.

Und nicht nur Bastian Schweinsteiger und den restlichen Bayern-Spielern fiel es in dieser Nacht schwer, Haltung zu bewahren – ganz München war im Schockzustand, denn, wie Lisa Sonnabend in ihrem lesenswerten Essay über die Stadt und das Finale schrieb, „Die Stadt weiß mit Niederlagen nicht umzugehen, sie ist sie nicht gewohnt.“    

Zu verlieren, das hat auch der ehemalige Umweltminister und NRW-Wahlverlierer Norbert Röttgen erleben müssen, ist hart. Wie er mit der öffentlichen Demütigung seiner Entlassung umgeht, ist aber ebenfalls nicht so wahnsinnig elegant. Über die „Bild am Sonntag“ ließ er verlauten, er werde seinen Job als stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU weiter behalten und auch nächstes Jahr wieder für den Bundestag kandidieren. Und bald schon werde er sich zu den Umständen seiner unehrenhaften Entlassung äußern und dabei einige Dinge klarstellen. 

Verlieren ist ein großes Thema. Aber wie man mit einer so großen Niederlage umgeht, das wird uns in der Schule leider nicht beigebracht. Wir müssen es selbst lernen – meist dann, wenn wir in der Situation sind. Glaubst du, du kannst verlieren? Sei es in der Liebe, bei einem Spiel oder im Job. Welche Regeln würdest du aufstellen für gutes Verlieren? Musstest du selbst schon harte Niederlagen hinnehmen, von denen du dich lange nicht erholt hast?   



Text: christina-waechter - Bild: dpa

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