Wie schnell wirst du rot?

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Eine Frage, die sich bereits Charles Darwin in diesem Zusammenhang stellte, war, ob wir eigentlich auch im Dunkeln rot werden. Und die ist nun, einer Meldung des „Telegraph“ zufolge, gelöst. Auf der Suche nach Antworten wählten Wissenschaftler eine junge Frau aus, die dazu neigt, sehr schnell zu erröten. In einem abgedunkelten Raum bat man sie, von einem peinlichen Ereignis aus ihrem Leben zu erzählen, und siehe da, sie wurde rot - trotz Finsternis. Den Beweis dafür lieferte eine Wärmebildkamera.

Weitere Studien sollen nun folgen, um mehr Erkenntnisse über Sinn und Zweck des Errötens zu gewinnen. Im Zentrum des Interesses steht die Frage, wie oft Menschen rot werden, wenn sie allein unterwegs sind, und wie häufig es ihnen passiert, wenn sie von anderen Leuten begleitet werden. Auf diese Art und Weise wollen Wissenschaftler herausfinden, wie sozial diese Reaktion des Körpers tatsächlich ist.  

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Wenn das Blut plötzlich in den Kopf schießt würden die meisten gern im Boden versinken - oder doch erstmal nur im Rollkragenpulli?

Aus dem Alltag kennen viele die Situation: Man meldet sich in einer Diskussionsrunde zu Wort und plötzlich wandern alle Blicke zum Sprecher. Die Nervosität steigt, man wird sich der vielen musternden Augenpaare bewusst und schon sind sie da, die verflixten nervösen roten Flecken, die über Gesicht und Hals wandern. Bei längeren Vorträgen und Referaten daher immer zu empfehlen: ein einfaches Tuch tragen und die Problemzone ist verdeckt. Gute Tarnung, doch was tun, wenn der ganze Kopf einer Tomate plötzlich zu ähneln beginnt?  

Neugierige Blicke und Nervosität spielen mit Sicherheit eine riesige Rolle und verschlimmern den Farbton zum Teil gleich nochmal um drei Nuancen. Wie nun aber der Artikel im Telegraph zeigt, ist es nicht allein die Psyche, die schuld daran ist. Immerhin war die Testperson im Dunkeln und konnte sich folglich gar nicht darüber aufregen, dass irgendjemand etwas mitbekommt von den Leuchtsignalen ihres Körpers.  

Egal ob wir das nun als bahnbrechende Erkenntnis oder einfach als kuriose Randnotiz auffassen, der Artikel hat uns in der Redaktion jedenfalls zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht, Fragen aufgeworfen und Erinnerungen heraufbeschworen. Wer wird wie schnell rot und in welcher Situation? Und sind es wirklich immer nur, wie im Artikel behauptet, die Frauen, die erröten, oder passiert das auch den Männern ab und an?

Text: lisa-freudlsperger - Foto: dpa

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