Wieviel Ehrlichkeit ist gut?

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Stell dir folgenden Fall vor: Nicht gerade deine beste Freundin, aber doch eine gute Freundin von dir, ist seit einem Jahr sehr glücklich mit ihrem Freund zusammen. Die beiden sind sehr glücklich und findest, dass sie beide ausgesprochen gut zueinander passen. Deine Freundin ist richtig aufgeblüht, seitdem sie ihn hat, und nach allem, was du weißt, ist er wirklich süß zu ihr, aufmerksam, zuvorkommend und ja, du hast den Eindruck, dass er sie aufrichtig liebt. Eines Abends aber, du bist mit anderen Freunden unterwegs, siehst du ihn – mit einer anderen Frau. Sie küssen sich. Plötzlich sieht er dich, bekommt einen Riesenschreck, läuft zu dir und bittet dich, seiner Freundin nichts davon zu sagen. Er versichert dir, dass er sie liebt und dass dieser Kuss gerade eben ein blöder Ausrutscher war.

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Illustration: Julia Schubert

Wie sollte man sich in dieser Situation sein? Loyal sein, ehrlich sein, und sofort alles erzählen, damit die Freundin weiß, an wen sie da geraten ist? Du selbst musst dir dann eigentlich nichts vorwerfen, deine Freundin weiß nun: Auf dich kann sie sich verlassen. Schließlich erwartest du von deinen Freundinnen auch, dass sie dir immer die Wahrheit sagen. Aber Moment... Was bringt das denn? Du weißt, dass die beiden wirklich glücklich miteinander sind. Ihm tut es offensichtlich leid. Wenn du ihr nun alles berichtest, wird sie totunglücklich sein, die Beziehung beenden und am Ende sind alle nur unglücklich. Wäre es nicht besser, einfach zu schweigen und diesen Vorfall zu vergessen?

Text: jetzt-redaktion - Foto: dpa

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