Wo kommen deine Freunde her?

Begleiten dich die Freunde aus der Schulzeit durchs ganze Leben? Kann man auch mit 30 noch neue beste Freunde gewinnen? Ein Freunde-Akquise-Ticker
yvonne-gamringer

Eine Freundin ist der Ansicht, dass man irgendwann in ein Alter komme, in dem man nicht mehr von den „besten Freunden“ rede. Das Reden von der besten Freundin oder dem besten Freund ordnet sie einer anderen Zeit zu: dem Erwachsenwerden. Zwischen 12 und 25, ja, da sei es wichtig, beste und gute und weniger gute Freunde zu haben. Weil diese Sortierung dem Leben Ordnung verleiht und Stabilität. Später dann kämen Partner ins Leben, die den Platz der besten Freunde beanspruchten. Und vorbei sei es mit den besten Freundinnen und Freunden.  

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Illustration: Julia Schubert



Ich habe eine Weile darüber nachgedacht. Woher kommt der beste Freund, die beste Freundin? War man nicht immer der Überzeugung, die besten aller Freunde würden einen durch das ganze Leben begleiten und deshalb nie verschwinden? Und jetzt: Verschwinden sie vielleicht doch irgendwann und werden nur noch normale Freunde unter normalen Freunden?

Wenn ich mich durch meinen Freundeskreis frage, treffe ich vor allem auf Menschen, die ihre besten Freunde, so sie welche haben, in der Schule oder im Studium oder in der Ausbildung kennengelernt haben. Es scheint schon fast ein Gesetz zu sein, dass die haltbarsten und belastbaren Beziehungen zu Menschen vor allem im ersten Lebensdrittel entstehen. Das liegt vielleicht nahe, weil man sich in diesem Drittel, wie oben beschrieben, zurechtfinden musss und will, weil man sich so ein Netzwerk mit lieben Menschen ja auch erst aufbauen muss. Aber dann? Gewinnt man denn nach dem 25. Geburtstag keine Freunde mehr hinzu? Oder doch?

Wie ist es bei dir: In welchen Lebensabschnitten, in welchen Institutionen hast du die meisten Freunde gefunden? Glaubst du, dass du mit den vorhandenen Freunden auch durch den Rest deines Lebens spazieren wirst? Wieviele neue Freunde werden hinzu kommen? Wirst du diese dann nochmal „beste Freunde“ nennen?

Text: yvonne-gamringer - Foto: Melo/photocase.com

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