Wir haben verstanden: KW 17

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Illustration: Julia Schubert



Das erste Eis des Jahres isst man zähneklappernd: nicht, weil es warm genug ist, sondern weil jetzt endlich die Sonne scheint. Ein Hexenschuss ist die Zeitreise des kleinen Mannes. Einmal falsch heben, schon lebst du fünf Tage wie ein 90-Jähriger! Was man versteht, wenn man ein Wochenende durch London geht (1): Das gemeine Gesichtspiercing kehrt zurück! Was man versteht, wenn man ein Wochenende durch London geht (2): Schlechte Laune mit schlechtem Wetter zu begründen muss eine deutsche Erfindung sein. Weil in London haben immer alle gute Laune. Atmen kann plötzlich etwas sehr Politisches sein. Und Popmusik dann auch. In der Türkei kauft man am Ende doch immer einen Teppich. Man sollte dringend wieder öfter beieinander übernachten. Ganz platonisch! Gerade wenn man denkt, dass man dafür eigentlich zu alt ist. Das bequemste Hotelbett bringt dir gar nichts, wenn im Nachbarzimmer jemand rumschreit. Dalí-Bärte sehen im echten Leben einfach lächerlich aus. Das Zweitschönste beim Pferderennen sind die Pferde-Namen: Dusty Cloud, Ach was, Mister Universum, Paper Moon, Attentionadventure, Action Please, Icing in her name, Serienlohn, Kiss me Kate, Jungleboogie. Und immer so weiter. Bevor jemand fragt: Das Schönste beim Pferderennen sind natürlich die Pferde. Aber die Ansager (die die abgefahrenen Namen während des Rennens laut rufen!) und das mitfiebernde Wett-Publikum sind auch nicht zu verachten. Ehrenamt-Evaluations-Treffen können sich manchmal wie Selbsthilfegruppen anfühlen. Was nicht unbedingt gut ist. Ehrenämtler streiten gerne darüber, ob sie nun Dankbarkeit erwarten dürfen oder nicht. Dabei ist das so müßig. Total müde ungeplant einschlafen ist ein verdammt schönes Gefühl. Einen wunderbaren Aufzug-Text über Stille beim Aufzugfahren lesen hilft, diese Stille dann mit Zitaten aus dem Text zu füllen. Die Mücken kommen zurück. Zeit, beim Radfahren wieder den Mund zuzumachen.

Text: jetzt-redaktion - Illustration: katharina-bitzl

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