Wir haben verstanden: KW 26

Jede Woche lernen wir etwas dazu: in der Redaktion, im jetzt-Kosmos, in der Welt. Das schreiben wir immer freitags an dieser Stelle auf.
jetzt-redaktion
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Illustration: Julia Schubert

Werbeagenturen, die spontan auf Biss-Attacken während eines Fußballspiels reagieren, können ganz schön witzig sein. Will man es als deutsche Kleinstadt zu internationalem Ruhm bringen, sollte man eine Stein-Vagina aufstellen. Irgendwer wird damit schon Quatsch machen. Dass die Öffentlich-Rechtlichen sehr viel Geld für Fußballrechte ausgeben, bedeutet noch lange nicht, dass sie dann auch so über Fußball berichten, wie es angemessen wäre. Es ist sehr rührend, eine kleine Schwester zu haben, die unter der Woche mitten in der Nacht nach dem Tanzen gehen zu einem ins Bett krabbelt, weil ihr der Heimweg in die eigene Wohnung zu lang ist. Man kann nicht nur Joghurtbecher und Altpapier recyclen, sondern auch Musik: In den USA bekommt zum Beispiel elektronische Musik, die in Europa niemand mehr so richtig will, das Etikett "EDM" und macht eine Handvoll europäischer DJs zu Millionären. Es gibt eine Zeitspanne beim Sich-einen-Bart-wachsen-lassen, durch die muss man sich schon sehr durchkämpfen. Auch und vor allem ästhetisch. Der Aufwand lohnt aber in 99 Prozent aller Fälle.  Anton Hofreiter könnte jetzt echt mal ein paar Merkel-Beschimpfungen auswendig lernen. Man geht viel zu selten allein ins Kino. Die Steigerung von "Jogi Löw im Hemd" ist "Jogi Löw im nassen Hemd". In Recife in Brasilien regnet es im Juni im Schnitt  viermal so viel wie in einem gewöhnlichen Juni in Hamburg. Traurig, aber wahr: Alleine das Herunterladen von Fitness- und Gesundheits-Apps bewirkt noch keine Veränderungen des Lebensstils oder Bauchumfangs. Man kann an einem Tag auch sieben Mal Döner essen. Total irre: nach gefühlt 20 Jahren mal wieder "No One Knows" von Queens of the Stone Age hören und sofort das Bedürfnis verspüren, in ein Auto einzusteigen und zu einem nahgelegenen Badestrand zu fahren. Man ist halt doch nur ein besserer Pawlowscher Hund... http://vimeo.com/69371715 Pumuckl ist immer noch eine der besten deutschen Serien, die es jemals gab. Es gibt wirklich Menschen, die einen aus Wut darüber, dass man auf der falschen Radwegseite fährt, absichtlich und mit voller Wucht umfahren. Gut, wenn sie dabei selbst hinkrachen und man sich selbst gerade noch fangen kann. Schlecht, wenn man sich vorstellt, dass sie dasselbe vielleicht auch mit dem Auto tun würden. Bum-Bum-Eis schmeckt immer noch. Die oft lange Suche nach guten Ärzten lohnt sich eben doch. Das Gurkenkrokodil ist der neue Käseigel. Homosexuelle, Prostituierte und Häftlinge dürfen in Deutschland kein Blut spenden. Heterosexuelle mit ständig wechselnden Partnern auch nicht. "Trafikant" ist ein gutes, altes österreichisches Wort für Tabakverkäufer. Ein wirklicher Verlust ist es nicht, dass ein Großteil der WM-Fanschminke wegen gesundheitlicher Bedenken wieder aus dem Verkehr gezogen werden muss. Die Tierschutzpartei ist die einzige, die immer noch Wahlwerbung auf Münchner Straßen macht. Versteht das jemand? Neue Vorderreifen: ca. 300 € (pro Stück); verbogene Vorderachse: ca. 2000 €; sich darauf mit 'nem guten Wein richtig weglöten: unbezahlbar. Wegen akuter Geldsorgen ein Depot auflösen: beruhigend, aber aufwändiger als man denkt. Man sollte sich – zumindest auf dem Wasser – nur noch mit einem Kajak fortbewegen!

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