Wir haben verstanden: KW 43

Jede Woche lernen wir etwas dazu: in der Redaktion, im jetzt-Kosmos, im Internet, in der Welt. Das schreiben wir immer am Ende der Woche an dieser Stelle auf.
jetzt-redaktion


Bahnhofskneipen können schön sein. Absolut unverständlich: Es gibt bei den Emojis vier Lautsprecher, zwei Megafone, vier Vorhängeschlösser und zwei (!) Lupen – aber keinen anständigen Vogel. Dinkel-Toast aus dem Bioladen entzieht sogar Nutella die Geilheit.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Spätestens ab Mitte Oktober gibt es nichts Schöneres als eine heiße Badewanne am Abend. In einer Stadt, in der man früher einmal gelebt hat, stolpert man an jeder Ecke über Erinnerungen. Plastikhaargummis sind die Rainbow Looms der Erwachsenen.   Der erste Eindruck ist nicht immer richtig. Zu 95 Prozent aber schon. Irgendwann kommt der Freundeskreis in ein Alter, in dem die Frage "Hast du was dabei?" Wickelutensilien meint. Dinge zu tun, die man nicht tun soll, macht am meisten Spaß. Bis man sich wieder erinnert, warum man sie nicht tun soll. Amerikaner lieben Zäune. Und amerikanischer Poetry Slam ist Sozialkritik von Freaks und Geeks (deutscher Poetry Slam ist Witze und Gedichte von Geisteswissenschaftlern). Der Soundtrack in einem landenden Flugzeug ist fast immer ein schreiendes Baby. Komisch: Menschen mit fremdenfeindlichen Ansichten oder sehr patriotischer Gesinnung sind erstaunlich oft extrem tierlieb. (Jetzt sagt sicher jemand: "Hitler war ja auch Vegetarier!") Niemand, wirklich niemand kann den Namen Matthew McConag..., nein, Matthew McConneg... nein, Matthew McConnaugy, NEIN, richtig schreiben. Matthew McConaughey, man schreibt es McConaughey. Wie man das richtig ausspricht, weiß übrigens auch keiner. Wer seinen Schrott loswerden will, ohne ihn zum Wertstoffhof bringen zu müssen, muss ihn einfach nur mit dem Label "Zu verschenken" bei Ebay Kleinanzeigen anbieten. Spätestens wenn man versucht, das Wasserglas statt des Handys an das Akku-Ladegerät anzustöpseln, sollte man dringend ins Bett gehen. Man sollte sich immer gemeinsam mit den Mitbewohnern betrinken. Sonst macht man in ihrem Beisein krakenhafte Bewegungen, schreit: "Ich bin das Monster vom Titisee!" und wird dabei gefilmt. Gabeln mit drei Zacken können einem das Essen versauen.


Text: jetzt-redaktion - Illustration: Katharina Bitzl

  • teilen
  • schließen