Wir haben verstanden: KW 48

Jede Woche lernen wir etwas dazu: in der Redaktion, im jetzt-Kosmos, im Internet, in der Welt. Das schreiben wir immer am Ende der Woche an dieser Stelle auf
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Fahrkartenkontrolleure "in zivil" sollten verboten werden. Weil man sonst morgens müde in der U-Bahn denkt, das sei bloß eine Verrückte, die Kontrolleurin spielt. In was für einer beschissenen Zeit wir gerade leben, merkt man unter anderem daran, dass man jeden Morgen mit der Angst aufwacht, es könnte was Schlimmes passiert sein, während man geschlafen hat.

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Illustration: Julia Schubert


Menschheit. Braucht echt keiner. Sprudel hingegen schon. Jetzt bis Weihnachten wieder hoch im Kurs: Mitleid mit Paketboten. (Zurecht!) Auf Märkten in Marokko versuchen die Gewürzhändler deutsche Touristen nicht mehr nur mit den üblichen Sprüchen wie "Gut Prreis" und "Gut Qualität, mein Freund" zu ködern. Jetzt sagen sie auch: "Alles Bio!" Deutscher Rock bekommt seine Straßenköterhaftigkeit zurück. Der Weg aus der Wohnung zum Rad zählt bei Temperaturen unter fünf Grad als Sport. Beim Schreiben einer klärenden Mail final zu merken, wie wichtig ein Freund geworden ist: ganz schön aufwühlend! Tipp: Beim verfassen emotionaler Mails niemals „Carrie & Lowell“ von Sufjan Stevens hören. Ist zu viel! Wirklich! Überhaupt: krasses Ding, Freundschaft. Echte Freunde sagen, wenn man traurig ist: "Komm, wir gehen Burger essen." Und tun es dann auch. Man kann alles schaffen, solange man dabei bequeme Unterwäsche trägt. Bei Woody Allen muss man leider langsam überlegen, ob er als Klarinettist inzwischen doch besser ist als als Regisseur. Jan Böhmermann ist mehr Gangster als alle deutschen Gangstarapper zusammen. Wenig macht wütender, als Menschen, die nicht zurück grüßen, nachdem man ihnen "Hallo" gesagt hat. Lustig: Unter der Überschrift "Ubiquität" zu loben, dass "schwierige Wörter umfassend erklärt werden". Interessant, aber irgendwie auch erwartbar, was die Auto-Vervollständigung so macht, wenn man "Kalschnikow" googelt:

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Illustration: Julia Schubert

Manchmal hilft Ausgehen eben doch. Schlimm für Internet-Süchtlinge: Ein Feiertag in den USA. Absolute Klickbringer: Nazis, Veganer und Jan Böhmermann. Den Rest soll die Zeitung machen. Winter: Die brutale Zeit im Jahr, in der man sich fragen muss, wie oft sich Beinerasieren wirklich lohnt. Großer Liebesbeweis: Frühstück machen. Größter Liebesbeweis: Frühstück machen, obwohl man nicht mitessen kann.


Text: jetzt-verstanden - Illustration: Katharina Bitzl

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